Das Queer Museum Vienna macht sich seit 2020 als Kollektiv gegen Diskriminierung stark und zeigt dabei verschiedene künstlerische Positionen auch abseits des Mainstreams. Vor zwei Jahren fand es ein neues Zuhause am Otto Wagner Areal, wo nun ab 26. Februar kostenlos die Ausstellung "Imagining Queer Utopia" präsentiert wird.
Kurator Michał Rutz hat im kleinen, aber feinen Museum Werke zusammengestellt, die dafür stehen, dass der Mensch ein sich ständig verändernder Teil der Welt ist. "Das Konzept für diese Schau hat sich sehr organisch entwickelt", sagt er zu "Heute".
Zu sehen sind etwa großformatige Textilarbeiten der Künstlerin Zula Tuvshinbat, die wilde, feminine und göttliche Gestalten zeigen, die gleichzeitig verführen, aber auch bedrohlich wirken. Verlangen, Angst und Spannung sollen zeitgleich erfahrbar werden, wie etwa beim Werk "Eat Me", das aussieht, wie eine gigantische Vulva. "Es ist das Tor zum Leben", so der Kurator. "Hier vermischt sich das Spirituelle mit dem Körperlichen."
Ihr Objekt "Hello Kitty" lässt die kindliche Comicfigur erwachsen werden. "Sie bekommt wieder einen Mund und wird sexuell. Sie hat keine Scham und nimmt sich ihren Platz", erklärt Rutz die feministische Aussage. Zu sehen sind auch surreale Malereien von Krzysztof Gil oder symbolträchtige Arbeiten von Liliana Zeic.
Die Gemälde von Paweł Matyszewski spielen mit organischen Formen. Die Kompositionen aus Blüten, Haaren, Ranken und Körpern "bewegen sich zwischen Schönheit und Ekel". Spannend sind auch die Ausstellungsstücke von Bartosz Kokosiński, in denen ganze Städte verschlungen werden. Das Einfamilienhaus, Symbol der heteronormativen Familie, wird verbogen und verdreht. Neue Möglichkeiten des kommunalen Lebens erwachsen aus der dargestellten Zerstörung. Schließlich nimmt sich der kolumbianische, multidisziplinäre Künstler Carlos Motta in einer Videoinstallation die Kolonialzeit und deren Narrativ der homosexuellen Sünde vor.