Nächster Rückschlag in Graz

Job-Schock: Konzern streicht erneut Hunderte Stellen

Die Grazer Belegschaft von AVL List wurde am Mittwoch über den nächsten großen Stellenabbau informiert – 350 weitere Jobs fallen weg.
Michael Pollak
29.01.2026, 10:00
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Nächste Job-Katastrophe in der Steiermark. Der weltweit tätige Technologiekonzern AVL List baut erneut Stellen ab. Die Industriekrise trifft das Haus (vor 77 Jahren gegründet), der unter anderem Teile für die Auto-Produktion entwickelt, schon mehrmals hart.

Mittwochnachmittag informierte Firmenchef Helmut List die Grazer Belegschaft in einer Online-Sitzung über den Abbau von weiteren 350 Arbeitsplätzen. Bereits im Sommer 2025 wurden 350 Stellen gestrichen, im November kamen nochmals 100 dazu.

Mit der aktuellen Maßnahme sinkt die Zahl der Beschäftigten am Grazer Standort bis Mitte 2026 auf unter 3.000 – vor der Corona-Krise waren es noch rund 4.300. Das entspricht einem Rückgang von etwa 30 Prozent.

Als Gründe nennt das Unternehmen tiefgreifende Veränderungen in der Branche und eine schwankende Kundennachfrage. "Diese Entwicklungen betreffen den gesamten europäischen Mobilitätssektor und fordern von Unternehmen strategische Klarheit und Investitionskraft", heißt es in einer Mitteilung.

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AVL setzt laut eigenen Angaben auf ein langfristiges Transformations- und Restrukturierungsprogramm. Dazu gehört unter anderem eine strategische Neuausrichtung in Richtung neuer Antriebstechnologien wie Elektrifizierung, Hybridisierung und Wasserstoff. Auch Digitalisierung und KI sollen künftig stärker im Fokus stehen – ebenso wie neue Märkte im Bereich Schiff-, Luftfahrt- und Verteidigungstechnik.

Bereits seit dem Spätherbst 2025 unterstützt ein externer Restrukturierungspartner das Unternehmen bei den organisatorischen und wirtschaftlichen Anpassungen. Ziel sei es, AVL langfristig wettbewerbsfähig zu halten.

Die Kündigungen sollen in enger Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung erfolgen. Ein Sozialplan mit Outplacement-Maßnahmen ist angekündigt. CEO Helmut List betont, wie schwer ihm die Entscheidung fällt: "Uns ist bewusst, dass solche Maßnahmen Menschen unmittelbar betreffen und damit weit über wirtschaftliche Aspekte hinausgehen."

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