Wiener Frauen sind am Arbeitsmarkt so stark wie selten zuvor. Neue Zahlen zeigen: In der Bundeshauptstadt arbeiten mehr Frauen, verdienen besser und arbeiten seltener in Teilzeit als im Österreich-Schnitt. Ein wichtiger Motor dafür ist unter anderem der Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds (waff), der mit Beratung und Förderungen gezielt unterstützt.
2025 hat der waff rund 23.800 Wienerinnen beim Weiterkommen im Beruf begleitet, insgesamt betreute die Einrichtung rund 42.000 Kundinnen und Kunden.
Frauen haben sich am Wiener Arbeitsmarkt im Vergleich mit anderen Bundesländern ein gutes Standing erarbeitet. Eine hohe Erwerbsbeteiligung von 76 Prozent trifft auf bessere Verdienstchancen von 54.355 Euro mittleres Vollzeit-Bruttojahreseinkommen und die niedrigste Teilzeitquote im Bundesländervergleich von 43 Prozent.
Die österreichweiten Vergleichszahlen zeigen ein anderes Bild: 73 Prozent Erwerbsbeteiligung, ein mittleres Vollzeit-Bruttojahreseinkommen von 51.500 Euro sowie eine Teilzeitquote von 52 Prozent.
Diese Unterschiede kommen nicht von ungefähr. In Wien sorgen unter anderem ein gut ausgebautes Kinderbetreuungsangebot sowie ein dichtes öffentliches Verkehrsnetz dafür, dass Frauen Beruf und Familie leichter vereinbaren können.
Der waff sieht in der Entwicklung eine klare Botschaft für den Arbeitsmarkt. waff-Geschäftsführer Marko Miloradović erklärt: "Gleichstellung ist ein Erfolgsfaktor. 455.000 unselbständige Beschäftigte Frauen sind ein starker Motor des Wiener Arbeitsmarkts – und ihre Zahl wächst überdurchschnittlich. Der waff bietet Wienerinnen ein Bündel an gezielten Beratungen und Förderangeboten. Gemeinsam gehen wir die nächsten Schritte in der beruflichen Entwicklung."
Der waff unterstützt sowohl beschäftigte als auch arbeitssuchende Wienerinnen. Wer einen beruflichen Wechsel plant, einen Abschluss nachholen oder sich weiterbilden möchte, kann eine kostenlose Beratung und Förderungen von bis zu 5.000 Euro für Aus- und Weiterbildung erhalten.
Auch Frauen über 50 Jahre rücken stärker in den Fokus. Mit dem Kompetenzen-Check 50plus werden Berufserfahrungen, Stärken und Fähigkeiten sichtbar gemacht. Ziel ist es, eine solide Grundlage für neue berufliche Schritte zu schaffen.
Die Geburt eines Kindes ist für viele Frauen ein Wendepunkt im Berufsleben. Der waff bietet daher Unterstützung von der Planung der Karenz bis zum Wiedereinstieg in den Job. Auch Männer können dieses Angebot nutzen.
Neben persönlicher Beratung gibt es bis zu 4.000 Euro Förderung für Aus- und Weiterbildung, um den Wiedereinstieg zu erleichtern.
Frauen, die beruflich aufsteigen wollen, können mit Unterstützung des waff auch ein FH-Studium in Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Technik beginnen. Neben Vorbereitungskursen gibt es Stipendien: bis zu 12.000 Euro für ein Bachelorstudium und bis zu 9.000 Euro für ein Masterstudium.
Ziel ist es, den Frauenanteil in technischen und digitalen Fachrichtungen zu erhöhen, in denen Frauen noch immer stark unterrepräsentiert sind.
Gemeinsam mit dem AMS Wien bietet der waff außerdem die Frauenstiftung Wien an. Hier können arbeitssuchende Frauen ohne abgeschlossene Ausbildung kostenlos eine Berufsausbildung absolvieren – von der Lehre bis zum Bachelorstudium.
Während der Ausbildungszeit erhalten die Teilnehmerinnen AMS-Leistungen sowie einen monatlichen Ausbildungsbonus von 300 Euro vom waff.