Dieser Eklat ging um die Welt! Akaki Japaridze, ein Judoka aus Georgien, unterlag seinem deutschen Kontrahenten Timo Cavelius. Doch statt ihm sportlich fair zu gratulieren, prügelte er nach dem Kampf auf seinen Gegner ein, fügte ihm einen doppelten Kieferbruch zu. Eine Operation war fällig.
Nun versuchte Japaridze, sein Verhalten zu erklären – und liefert den nächsten Aufreger. Denn als Täter macht er das Opfer für die Eskalation verantwortlich.
"Jede Form von körperlicher Aggression im Sport ist inakzeptabel. Ich scheue mich nicht, die Verantwortung für das Geschehene zu übernehmen. Ich möchte jedoch klarstellen, dass dieser Vorfall nicht auf Emotionen zurückzuführen war, die durch eine sportliche Niederlage ausgelöst wurden", schreibt Japaridze.
Der 24-Jährige weiter: "Im Laufe meiner Karriere habe ich sowohl Siege als auch Niederlagen erlebt – selbst in äußerst bedeutenden Spielen. Ich habe Niederlagen stets mit Würde hingenommen, und noch nie hat mich eine Niederlage dazu veranlasst, mich gegenüber einem Gegner aggressiv zu verhalten. Der Grund war ein anderer – konkret das aggressive Verhalten des Gegners, das sowohl verbale Beleidigungen als auch Gesten umfasste. Dies ist im Sport völlig inakzeptabel und widerspricht der sportlichen Ethik. Vor allem aber ist es für mich als Georgier und als Mann inakzeptabel."
Cavelius hatte nach seinem Sieg mit geballter Faust in Richtung des Georgiers gejubelt. Dass er ihn damit provozieren wollte, bestreitet der Kämpfer.
"Dieser Jubel galt meinem eigenen Team und war Ausdruck der Freude über den gewonnenen Kampf. Ich möchte ausdrücklich klarstellen, dass es zu keinem Zeitpunkt meine Absicht war, Akaki Japaridze als Sportler zu demütigen oder ihn aufgrund seiner Herkunft, seiner Nationalität oder seiner Identität als georgischer Mann zu beleidigen", betont Cavelius in einer Stellungnahme.
Und erklärt auf DPA-Nachfrage: "Selbst wenn mein Jubel bei Akaki Japaridze negative Emotionen ausgelöst haben sollte, kann dies einen solchen Gewaltexzess weder erklären noch rechtfertigen. Ich habe ihn weder verbal beleidigt noch körperlich angegriffen."
Fakt ist: Nach der Attacke droht Japaridze eine lebenslange Sperre. Auch die Polizei ermittelt. Für Cavelius ist die Saison so gut wie gelaufen. Durch seine Verletzung kann er im Oktober nicht an der WM teilnehmen.