Jugendliche fackelten Fassade der FH St. Pölten ab

Brandstiftung in St. Pölten geklärt.
Brandstiftung in St. Pölten geklärt.LPD NÖ
Die Brandstiftung bei der Fachhochschule in St. Pölten im Herbst 2020 ist geklärt. Vier Täter wurden ausgeforscht. Der Schaden: Fast eine Mio. Euro.

Am 19. Oktober 2020 war es wie berichtet gegen 20.40 Uhr zu einem Brand im Baustellenbereich der Fachhochschule in St. Pölten gekommen. Die Ermittlungen der Bediensteten des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Brand- und Explosionsdelikte, ergaben, dass von vorerst unbekannten Tätern offensichtlich an mehreren Stellen Holzpaletten mit Kartonagen zusammengehäuft und offenbar durch einen durch die Täter geworfenen "Böller" in Brand gesetzt worden waren, rasch gab es einen Kreis von Verdächtigen - mehr dazu hier.

Fassade stark beschädigt

Dabei wurde die noch im Bau befindliche Fassade stark beschädigt bzw. teilweise zerstört. Von denselben Tätern wurde unter Zuhilfenahme von brennbarer Flüssigkeit (Kleber für Dämmstoffe) sowie Gegenständen, welche auf der Baustelle zu finden gewesen waren, im dritten Stock des Neubaus der Fachhochschule St. Pölten ein weiterer Brand gelegt, der jedoch aufgrund mangelnder Brandlast nicht ausbreitungsfähig gewesen war und deshalb von selbst erlosch.

Schaden von 920.000 Euro

Durch die Brandstiftung entstand zwei Baufirmen ein Gesamtschaden in der Höhe von 920.000 Euro.

Aufgrund intensiver und umfangreicher Ermittlungsarbeit sowie Sichtung von Videoaufnahmen durch Bedienstete des Landeskriminalamtes Niederösterreich, welche im Nachbereich der Fachhochschule vorhanden sind, um den Baufortschritt über die gesamte Bauzeit zu dokumentieren, konnten jetzt die Täter, drei junge Tschetschenen und ein Österreicher, ausgeforscht werden

Amtsbekannte Jugendliche

Dem nunmehrigen Erhebungsergebnis zufolge waren laut Exekutive zum Zeitpunkt der Tat "zumindest fünf, teilweise amtsbekannte Jugendliche am Tatort anwesend". Aus dieser Gruppe konnten vier Personen identifiziert und als Tatverdächtige ausgeforscht werden. Es handelt sich dabei um drei Tschetschenen im Alter von 15, 16 und 18 Jahren aus St. Pölten bzw. aus dem Bezirk St. Pölten-Land sowie einen 16-jährigen österreichischen Staatsbürger aus dem Bezirk St. Pölten-Land.

Respektlos und aggressiv

Alle Beteiligten zeigten sich gegenüber den ermittelnden Beamten bei den Einvernahmen äußerst respektlos und aggressiv. Nach anfänglichem Leugnen und Vorlage der Beweise zeigten sie sich teilgeständig und beschuldigten sich gegenseitig, die Tathandlungen begangen zu haben. Nach der Tat seien sie in Richtung eines naheliegenden Supermarktes gelaufen, wo sie sich durch die vorhandene Videoüberwachung beim Geschäft ein Alibi verschaffen wollten.

Weitere Delikte

Der 16-jährige Tschetschene befand sich zum Zeitpunkt der Ausforschung und Einvernahme wegen Einbruchsdiebstahl mit anschließender Brandlegung und der 18-jährige Tschetschene wegen Raubes und mehrerer Eigentumsdelikte in Untersuchungshaft.

Die Beschuldigten wurden bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt.

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