Vor Gericht in Kärnten musste sich jetzt eine 25-jährige Villacherin verantworten, die laut Anklage tief in den Kokainhandel verstrickt war. Die junge Mutter soll ihre Karenz genutzt haben, um mit Drogen Geld zu verdienen.
Die Ermittler kamen der Frau im Zuge einer Telefonüberwachung auf die Spur. In ihrer Wohnung soll Kokain portioniert und für den Weiterverkauf vorbereitet worden sein - während ihr kleiner Sohn im Nebenzimmer schlief, berichtet die "Kronen Zeitung".
Auf die Frage von Richterin Claudia Bandion-Ortner, wie es so weit kommen konnte, schilderte die Angeklagte laut "Krone" ihren Weg in die Drogenszene: "Nach dem Tod meiner eigenen Mutter habe ich mit Cannabis angefangen, dann Kokain. Und ich habe mich in meinen Dealer verliebt."
Der mitangeklagte 40-jährige Algerier soll laut Anklage das Kokain regelmäßig von Wien nach Villach gebracht haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem umfangreichen Drogenhandel aus. "Wir haben mit rund drei Kilogramm nur einen Mindestwert angeklagt", wird Staatsanwältin Daniela Zupanc in der Tageszeitung zitiert.
Vor Gericht legte die 25-Jährige schließlich ein umfassendes Geständnis ab. "Ein guter Tag beginnt für meine Mandantin mit einem reinen Tisch", kündigte Verteidiger Markus Steinacher laut "Krone" an. Die Angeklagte machte daraufhin Angaben zu Kunden, Preisen und Verkaufsorten.
Der zweite Angeklagte bestritt, das Kind der Frau gefährdet zu haben. "Ich habe versucht, sie von den Drogen abzubringen", sagte er laut "Kronen Zeitung". Außerdem betonte er: "Neben ihm wurde nie geraucht."
Der kleine Sohn lebt derzeit beim Großvater. Die 25-Jährige erklärte laut Bericht vor Gericht, sie wolle ihr Kind erst wieder zu sich holen, wenn "ich selbst stabil bin".
Die junge Frau wurde zu zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt. Zusätzlich ordnete das Gericht eine Therapie und Bewährungshilfe an. Der mitangeklagte Mann erhielt drei Jahre unbedingte Haft.