Zweifel im Weltraum

Jupitermond Europa: Fontänen nur ein Fehler?

Neue Analyse stellt die berühmten Wasserdampf-Fontänen auf dem Jupitermond Europa infrage. Die Bilder könnten ein Irrtum gewesen sein.
Technik Heute
27.05.2026, 03:07
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Vor mehr als zwölf Jahren sorgten Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble für Aufregung in der Wissenschaft. Auf den Bildern vom Jupitermond Europa waren scheinbar Fontänen aus Wasserdampf zu sehen, die bis zu 200 Kilometer ins All schossen.

Das war eine Sensation, denn unter der Eiskruste von Europa vermuten Forscher einen riesigen Ozean aus flüssigem Wasser. Die Gezeitenkräfte des Riesenplaneten Jupiter erzeugen dort genug Wärme, um das Wasser trotz der enormen Entfernung zur Sonne flüssig zu halten.

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Doch wie spektrum.de nun berichtet, waren die vermeintlichen Dampffontänen möglicherweise nur ein Fehler bei der Bildauswertung. Ein Forschungsteam um Kurt Retherford vom Southwest Research Institute in Texas hat die Hubble-Bilder aus den Jahren 2012 bis 2014 neu analysiert.

Nur ein oder zwei Pixel Unterschied

Das Problem: Auf den stark verrauschten Aufnahmen wurde der Rand der Europa-Scheibe offenbar nicht exakt bestimmt. Schon eine Abweichung von nur ein bis zwei Bildpunkten führt zu erheblichen Folgen für die Interpretation.

Die mutmaßlichen Dampffontänen wären demnach nur Bildrauschen gewesen. Die Wissenschaftler mussten ihre ursprüngliche Einschätzung deutlich korrigieren: Sprachen sie damals noch von einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 Prozent für echte Fontänen, liegt diese nun bei weniger als 90 Prozent.

Hoffnung auf Leben nicht verloren

Für die Suche nach Leben auf Europa bedeutet das jedoch keinen Totalverlust. Unter der Eiskruste existiert sehr wahrscheinlich weiterhin ein verborgener Ozean. Die NASA-Sonde Europa Clipper soll in den kommenden Jahren klären, was wirklich unter dem Eis des faszinierenden Mondes steckt.

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