Am 6. Mai wird Publikumsliebling Christoph Fälbl 60. Zu diesem Anlass blickt der österreichische Schauspieler und Kabarettist im "Heute"-Interview offen, ehrlich und mit gewohntem Schmäh auf sein bewegtes Leben zurück.
Schon früh wusste der Wiener, wohin die Reise gehen soll: "Ich wollte immer der Hans Moser werden. Ich find ihn wahnsinnig lustig. Er hat ein bisschen was von Charlie Chaplin – Tragik und Komik liegen hier nah beieinander." Eine Mischung, die Fälbl fasziniert und inspiriert.
Sein Weg auf die Bühne verlief dabei alles andere als geradlinig. "Zwischen Schule und Bundesheer war ich von Beruf Sohn", erzählt er schmunzelnd. Doch damit war es schnell vorbei: "Dann hat meine Mutter gesagt: 'Du hast vier Berufe gelernt, du gehst gefälligst arbeiten.' Und dann war ich Kellner." Ein Job, zu dem er später immer wieder zurückkehrte, wenn es gerade keine Engagements gab.
Der entscheidende Wendepunkt kam durch seinen Stiefvater, TV-Macher Peter Lodynski. "Ich hab dort alles gemacht – Maske, Organisatorisches." Schließlich fasste Fälbl den Entschluss: "Ich möchte das auch machen." Er absolvierte das Max-Reinhardt-Seminar – und wurde schon wenige Monate später ins kalte Wasser geworfen, als er kurzfristig Josef Hader auf der Bühne ersetzen musste. "Und so hat alles angefangen."
Rückblickend sagt Fälbl: "Ich bin immer auf die Butterseite gefallen. Ich hab immer das gemacht, was mir Spaß gemacht hat." Große Karrierepläne hat er heute keine mehr: "Ich brauche keine Karriere mehr machen. Ich bin jetzt sicherlich ruhiger." Ein Kabarettprogramm wolle er noch spielen – "und da erzähl ich, was halt alles so passiert ist".
Sein Leben beschreibt er mit drei Worten: "Spaßig, aufregend, erkenntnisreich." Die wichtigste Erkenntnis? "Es geht immer weiter."
Doch Fälbl spricht auch offen über schwierige Zeiten – und seinen Weg aus der Alkoholsucht. "Das Saufen war der ausschlaggebende Punkt für meine Therapie." Heute ist er seit rund 400 Tagen trocken – und merkt den Unterschied deutlich: "Es ist wunderbar. Der Tag ist länger."
Unterstützt wird er dabei von seiner Freundin Michelle. "Um nachhaltig vom Alkohol wegzukommen, braucht es Therapie und persönliche Weiterentwicklung", sagt er. Und zieht eine klare Bilanz: "Ich muss niemandem mehr nachrennen. Wenn jemand möchte, dass ich bei ihm spiele, freut es mich."
Auch privat hat sich viel verändert. "Heute habe ich viel mehr Zeit für meine Familie." Und Fälbl wirkt angekommen: "Ich mag mich mittlerweile selber sehr gern." Früher sei das anders gewesen: "Sonst hätt ich nicht gesoffen."
Ganz ohne Reue blickt er dennoch nicht zurück: "Es tut mir leid, wenn ich Menschen verletzt habe. Unter dem Alkohol hat bestimmt die eine oder andere Beziehung gelitten."
Seinen runden Geburtstag feiert Fälbl am 5. Mai im Gloria-Theater – gemeinsam mit Familie, Freunden, Wegbegleitern – und Publikum. Und diesmal ist es ein ganz besonderer Anlass: "Es ist mein zweiter Geburtstag ohne Alkohol."
Trotz aller Höhen und Tiefen bleibt eines klar: Christoph Fälbl hat seinen Weg gefunden – und nimmt das Leben heute entspannter denn je. Oder, wie er selbst sagt: "Wenn mir die Hockn‘ keinen Spaß mehr macht, dann hör ich auf."