Raffinierte Mimikry

Käferlarven locken Bienen in die Falle

Ölkäferlarven imitieren Blütendüfte, um Wildbienen zu täuschen. Sie gelangen so in deren Nester und fressen dort die Eier.
Technik Heute
15.04.2026, 04:07
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der Duft von Blumen lockt Bienen an, doch manchmal hat das für die fleißigen Insekten unangenehme Folgen. Denn Ölkäferlarven nutzen einen raffinierten Trick: Sie verströmen einen Geruch, der dem Duft von Blüten täuschend ähnlich ist.

Die nur etwa zwei Millimeter großen, orangefarbenen Larven klettern im Frühjahr an Blütenstielen empor und bilden dort Gruppen. Wenn eine Wildbiene vorbeifliegt, klammern sie sich mit hakenartigen Fortsätzen an das Insekt und lassen sich so in dessen Nest mitnehmen.

Wie Spektrum.de berichtet, hat ein Forschungsteam aus Jena nun herausgefunden, wie diese Täuschung funktioniert. Die Wissenschafter identifizierten eine Mischung aus 17 flüchtigen Duftstoffen, die die Larven abgeben.

Düfte von Weiden und Schlehen

Alle diese Substanzen ähneln den Düften von Pflanzen wie Weiden, Schlehen oder Berberitzen - genau jenen Arten, die Wildbienen im Frühjahr bevorzugt anfliegen. Bis auf zwei Ausnahmen waren diese Verbindungen bei Insekten bisher nicht bekannt.

In Wahlversuchen mit Y-förmigen Glasröhren konnten die Forscher nachweisen, dass Wildbienen deutlich häufiger in Richtung des Larvendufts fliegen als zur geruchsfreien Kontrollseite. Die Larven stellen die Duftstoffe selbst her und nehmen sie nicht aus Pflanzen auf.

Gefährlicher Appetit

Einmal im Bienennest angekommen, machen sich die Käferlarven über die Eier der Bienen sowie über deren Pollen- und Nektarvorräte her. Erst dann verpuppen sie sich. Ausgewachsene Ölkäfer sondern bei Bedrohung ein giftiges Sekret namens Cantharidin ab - man sollte sie also besser nicht anfassen.

Weltweit sind rund 3000 Ölkäferarten bekannt, zwölf davon gelten in Deutschland als heimisch. Besonders auffällig sind der Schwarzblaue und der Violette Ölkäfer, deren Weibchen bis zu dreieinhalb Zentimeter groß werden können.

{title && {title} } tec, {title && {title} } 15.04.2026, 04:07
Jetzt E-Paper lesen