Seen am Limit

Kärntner Seen so warm wie nie – erstmals über 30 Grad

Die Hitze treibt die Wassertemperaturen in Kärntens Seen auf Rekordwerte. Experten warnen vor Folgen für Tiere und Pflanzen.
Österreich Heute
02.07.2026, 09:45
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Die anhaltende Hitze bringt Kärntens Badeseen an ihre Grenzen. Mehrere Gewässer erreichen derzeit Temperaturen, die es laut Experten in dieser Form noch nie gegeben hat. Besonders betroffen sind kleinere Seen, auch unter Wasser macht sich die Rekordhitze bereits bemerkbar.

Der Rauschelesee knackte am Dienstag mit 30,6 Grad einen historischen Wert. "Das ist laut unseren Aufzeichnungen ein Allzeit-Rekord für die Kärntner Seen", sagt Johannes Moser vom Hydrografischen Dienst Kärnten der Kleinen Zeitung.

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Auch der Maltschacher See und der Gösselsdorfer See kratzen bereits an der 30-Grad-Marke. Selbst der sonst deutlich kühlere Weißensee erreichte am Montag 27 Grad.

Können die Seen kippen?

Angesichts der Rekordtemperaturen stellt sich die Frage, ob die Seen bald kippen könnten. "Das würde bedeuten, dass der ganze Sauerstoff im Gewässer aufgebraucht wird und Organismen sterben. Davon sind wir bei den größeren Seen noch weit entfernt. Bei kleineren Teichen ist es aber durchaus möglich", erklärt in der Kleinen Zeitung Georg Santner vom Institut für Seenforschung.

Auch die vielen Badegäste seien derzeit noch kein Problem. "Natürlich bringen diese Sonnencreme ins Wasser ein und Kinder urinieren hinein. Aber diese Belastung halten sie aus", so Santner.

Wie sich ein derart heißer Sommer langfristig auswirkt, kann derzeit niemand genau sagen.

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"Wir haben gar nicht die Erfahrungswerte, stehen alle vor einer neuen Situation. Wir hatten noch nie im Juni so hohe Temperaturen und kennen die Auswirkungen nicht", sagt Thomas Friedl von der Gewässerökologie des Landes Kärnten.

Fest steht aber schon jetzt: Tiere und Pflanzen geraten zunehmend unter Druck.

"Es gibt Wasserpflanzen, die unter dem Temperatureintrag, der Trübung und dem Wellenschlag leiden. Und bestimmte Fische, die kältere Temperaturen benötigen, ziehen sich in die Tiefe zurück", erklärt Friedl.

Fischer spüren die Folgen bereits

Dass sich das Leben unter Wasser verändert, beobachten auch die Fischer.

"Hechte und Reinanken fangen wir kaum mehr, die sind ins tiefe, kühlere Wasser verschwunden", berichtet Jürgen Rauter, Obmann der Fischereigemeinschaft Zander am Ossiacher See der Kleinen Zeitung.

Früher sei dieses Verhalten erst im August zu beobachten gewesen, heuer bereits Anfang Juni. "Dass sich Fische zurückziehen, ist in den letzten zwei, drei Jahren massiv zu beobachten", so Rauter.

In den Netzen landen derzeit vor allem wärmeliebende Arten wie Zander oder Waller. Insgesamt würden die Fischer derzeit aber deutlich weniger Fische fangen.

Folgen reichen bis in den Winter

Die hohen Temperaturen wirken sich nicht nur auf den Sommer aus. "Es ist mehr Energie im See und er kühlt immer später aus", sagt Seenforscher Santner. Dadurch verschiebe sich auch die jährliche Durchmischung der Seen immer weiter nach hinten.

Die Folgen zeigen sich bereits seit Jahren. Der Wörthersee wurde seit 2006 nicht mehr zum Eislaufen freigegeben. Auch am Weißensee wird tragfähiges Natureis immer seltener. Selbst Veranstaltungen im Jänner mussten in den vergangenen Jahren regelmäßig um ihre Durchführung bangen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 02.07.2026, 09:45
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