AMS-Verschärfung würde 59-Jährige in den Ruin treiben

Maria S. hofft darauf, dass die AMS-Verschärfungen nicht beschlossen werden.
Maria S. hofft darauf, dass die AMS-Verschärfungen nicht beschlossen werden.Privat
Eine Kärntnerin (59) bezieht Notstandshilfe und könnte ohne geringfügigen Zuverdienst ihre Miete nicht bezahlen. Dieser soll nun bald verboten werden.

Der AMS-Vorstand Johannes Kopf fordert ein Ende von geringfügigen Zuverdiensten für Arbeitslose - "Heute" berichtete über die bevorstehenden Änderungspläne bereits. Doch welche Auswirkungen hätte diese Regelung für AMS-Bezieher? "Heute" sprach mit der betroffenen Maria S. (Name von der Redaktion geändert). Sie bezieht mit ihren 59 Jahren seit 2018 dauerhaft Notstandshilfe, weil sie an Gesundheitsproblemen leidet und ihre pflegebedürftige Mutter bei ihr wohnt.

Seit vier Jahren soll der Kärntnerin aus diesem Grund auch keine Arbeit mehr vermittelt werden, doch auch davor war es laut Maria beinahe unmöglich, einen Job zu finden. "Ich habe mich beworben und wusste bereits beim Abschicken, dass ich den Job nicht bekomme. Entweder war ich zu alt, zu krank, zu teuer oder alleinerziehend", so die 59-jährige Mutter einer Tochter. 

Um halbwegs über die Runden zu kommen, arbeitet Maria geringfügig als Regalbetreuerin und verkauft nebenbei Gegenstände am Flohmarkt, die sie von Bekannten geschenkt bekommt. "Mit dem Geld, das ich am Wochenende verdiene, leiste ich mir unter der Woche mein Essen", erzählt die Villacherin im "Heute"-Talk. Mit der geplanten AMS-Verschärfung würde es ihr finanziell um einiges schlechter gehen. 

Miete fast höher als Notstandshilfe 

Seit Jahren fällt es der 59-Jährigen wegen ihrer eigenen Erkrankung und der Pflegebedürftigkeit ihrer Mutter schwer, ein sorgenfreies Leben zu führen. Die Summe ihrer Notstandshilfe beträgt nämlich nicht viel mehr als die Miete, die sie monatlich bezahlen muss. "Mir wird immer wieder geraten, in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Ich könnte mir jedoch nicht einmal den Baukostenzuschuss und den Umzug leisten", erzählt Maria im "Heute"-Gespräch. 

"Wir sind keine Nummern"

Über das neue Vorhaben des AMS kann die Kärntnerin nur den Kopf schütteln: "Solche Bestimmungen werden von Menschen beschlossen, die noch nie in ihrem Leben wussten, wie es ist, mit so wenig Geld auskommen zu müssen. Wir sind keine Nummern, hinter unseren Namen stehen echte Menschen und Existenzen."

Beschluss steht noch in den Sternen

Ob die geplante AMS-Verschärfung vom BMA (Bundesministerium für Arbeit) nun fix beschlossen wird, ist nach wie vor unklar. "Heute" teilte eine Sprecherin des AMS mit, dass das Zuverdienstverbot nun vom Arbeitsministerium entschieden werden muss. Jetzt heißt es abwarten – und im Fall von Maria S.: Auf das Beste hoffen. 

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