Uli Hoeneß hat im Podcast "Auf eine weiß-blaue Tasse" Klartext gesprochen und dabei besonders gegen Ex-Bayern-Trainer Thomas Tuchel nachgelegt. Der Ehrenpräsident des FC Bayern gewährte dabei tiefe Einblicke in interne Abläufe und kritisierte vor allem den Umgang des heutigen englischen Nationaltrainers mit seiner Mannschaft.
Nach Ansicht von Hoeneß habe Tuchel bei sportlichen Problemen zu selten die Verantwortung bei sich selbst gesucht. Stattdessen seien die Spieler in den Fokus geraten. "Wenn nicht gut gespielt wurde, hat er sich nicht selbst hinterfragt, sondern da war immer die Mannschaft schuld", erklärte der 74-Jährige.
Darüber hinaus berichtet Hoeneß von deutlicher Kritik Tuchels an einzelnen Spielern. Innerhalb des Teams habe der Trainer mehrfach Zweifel an der Qualität bestimmter Profis geäußert. "Mit dem rechten Verteidiger geht das nicht, Kimmich ist auch nicht so ein guter Spieler. Gravenberch kann ich überhaupt nicht gebrauchen", zitierte Hoeneß entsprechende Aussagen.
Für besonderes Aufsehen sorgt eine Anekdote rund um Josip Stanisic. Der Verteidiger, geboren und aufgewachsen in München, sei von Tuchel gefragt worden, ob er Deutsch spreche. "Das sind so Dinge, die nicht gehen", sagte Hoeneß und stellte damit grundsätzliche Fragen zum Umgang des Trainers mit seinen Spielern.
Neben Tuchel geriet auch Bundestrainer Julian Nagelsmann ins Visier des Bayern-Patrons. Hoeneß kritisierte, dass beim DFB zu viele Themen öffentlich diskutiert würden und dadurch Unruhe entstehe. Entscheidungen und Probleme müssten intern geklärt werden, nicht über die Medien.
Gerade dieser Punkt unterstreicht für Hoeneß den Unterschied zum aktuellen Bayern-Trainer Vincent Kompany. Dieser habe es geschafft, innerhalb kurzer Zeit wieder ein funktionierendes Team zu formen und eine deutlich positivere Atmosphäre zu schaffen. Der Belgier setze auf Zusammenhalt und Vertrauen, statt Spieler öffentlich oder intern infrage zu stellen. "Sie werden den Kompany nie schlecht über einen Spieler reden hören", betonte Hoeneß.
Die Aussagen zeigen deutlich, wie kritisch die Tuchel-Zeit beim FC Bayern intern aufgearbeitet wird. Gleichzeitig nutzt Hoeneß den Vergleich, um den aktuellen Kurs des Rekordmeisters zu unterstreichen. Und er macht es in einer Art, in der es nur Uli Hoeneß machen würde.