Darum schließt Kanzler Kurz zweiten Lockdown nicht aus

Nationalfeiertag und Angelobung neuer Rekruten am Heldenplatz: im Bild v. l. Sebastian Kurz, Bundespräsident Alexander van der Bellen
Nationalfeiertag und Angelobung neuer Rekruten am Heldenplatz: im Bild v. l. Sebastian Kurz, Bundespräsident Alexander van der Bellenpicturedesk.com/EXPA/Florian Schrötter
Auch am heutigen Nationalfeiertag warnt Bundeskanzler Kurz, dass die steigenden Zahlen womöglich einen zweiten Lockdown notwendig machen könnten.

"Wir haben ein massiv steigendes, exponentielles Wachstum. Das ist eine extreme Herausforderung", warnte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Anschluss an den Ministerrat am heutigen Nationalfeiertag. "Die Lage ist, auch für jene, die es noch immer nicht glauben wollen, wirklich sehr, sehr ernst".

Sollten die neuen, seit Sonntag Mitternacht gültigen Maßnahmen die rasante Verbreitung des Corona-Virus nicht eindämmen, könnte die Bundesregierung mit noch weiteren Verschärfungen gegensteuern. "Je höher die Ansteckungszahlen sind, desto restriktivere Maßnahmen braucht es", so Kurz. "Kein Land der Welt, auch nicht die Republik Österreich, kann und wird zulassen, dass die Intensivmedizin überfordert wird und Menschen nicht mehr behandelt werden können. Das werden wir nicht zulassen!"

Grundsätzlich gelte bis dahin aber das bereits vielfach beschworene Mantra: "So viel Freiheit wie möglich und so wenige Einschränkungen wie notwendig. Aber: Wenn sich die Situation verschlechtert, müssen wir Maßnahmen setzten", so der Kanzler weiter. Ein zweiter Lockdown sei dann die "Ultima-Maßnahme".

Spitalsauslastung steigt

Diesen kann die Regierung nach ihrem eigenen Covid-19-Maßnahmengesetz nur verhängen, "um einen drohenden Zusammenbruch der medizinischen Versorgung oder ähnlich gelagerte Notsituationen zu verhindern". Davon ist Österreich glücklicherweise (noch) weit entfernt.

Aktuell sind bereits 1.330 Infizierte in krankenhäuslicher Behandlung, davon 188 der Erkrankten auf Intensivstationen. Damit liegt die Auslastung bei den Normalbetten schon jetzt deutlich höher als sie während des Frühjahres je war. Gleichzeitig gibt es aber weniger Covid-19-Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf. Am Höhepunkt der ersten Welle mussten 266 Infizierte intensivmedizinisch betreut werden.

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