Kanzler sagt "Schnitzel-Lockdown" nur für Ungeimpfte an

Bundeskanzler Sebastian Kurz (VP): Alle Geimpften müssen keine neuen Sperren fürchten.
Bundeskanzler Sebastian Kurz (VP): Alle Geimpften müssen keine neuen Sperren fürchten.Picturedesk (Montage "Heute")
Es werde "sicher" keinen Lockdown für alle mehr geben, so Kurz. Wer geimpft ist, wird weiter in Gastro, Clubs, Kinos gehen dürfen, Ungeimpfte nicht.

Eine generelle Impfpflicht schließt Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Österreich aus, wie er ihm ORF-"Sommergespräch" am Montagabend erklärte. Nicht aber Maßnahmen für Ungeimpfte, sollte es notwendig sein. Sein Plan: Ein "Schnitzel-Lockdown". "Nur dann, wenn es notwendig ist", werde es die 1G-Regel (geimpft) für Nachtgastro, Großveranstaltungen und Co. geben. Heißt: Bei einer Überlastung der Spitäler würden für Ungeimpfte strengere Maßnahmen kommen. Sie dürfen dann nicht mehr in Lokale, Clubs, …

Auch Koalitionspartner auf selber Linie

Einen Lockdown für Ungeimpfte hatte zuvor von Seiten des Koalitionspartners bereits Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) ins Spiel gebracht. "Wir werden als Erstes einen Schritt bei der Maskenpflicht indoor machen", ließ Mückstein bereits am Wochenende wissen. Auch 1G sei in Planung, möglicherweise ab ab Oktober, so Mückstein: "Ein Bereich ist die Nachtgastronomie, aber auch Stehpartys wie beim Après-Ski."

Treffen werden die Maßnahmen – zumindest vorerst – wohl nur die Ungeimpften. Ganz in ihrem eigenen Sinne, wie Mückstein sagt: "Das Virus unterscheidet zwischen ungeimpften Menschen und geimpften" und "das heißt, dass Ungeimpfte in diese Risikobereiche keinen Zutritt haben sollen. Zu ihrem eigenen Schutz". Sogar ein harter Lockdown sei als letzter Ausweg vorstellbar, allerdings ebenfalls nur für Ungeimpfte, ließ der Gesundheitsminister durchblicken.

Virus wird uns erhalten bleiben

Es habe "keinen Sinn, Geimpfte irgendwo nicht hineinzulassen", so Mückstein: "Uns sagen die Experten, dass es keinen Unterschied macht, ob Geimpfte zu Hause bleiben oder nicht", wird er von der "Krone" zitiert. An der Impfung scheint generell in Österreich kaum mehr ein Weg vorbeizuführen, wie auch Bundeskanzler Sebastian Kurz ebenfalls am Wochenende andeutete: "Wir werden das Virus auch in drei, fünf oder zehn Jahren noch haben", sagt er auf Servus TV.

Dass die Impfung wirkt, belegen neue Zahlen: Die am Montag präsentierten Impf-Spitals-Ergebnisse zeigen, wie gut die Corona-Impfung schützt. Aktuell sind 20 Prozent jener Menschen, die eine Spitalsbehandlung benötigen, vollständig gegen Covid 19 vakziniert – also rund 115 Personen. Auf den Intensivstationen kämpfen gar nur 18 Patienten nach abgeschlossener Immunisierung um ihr Leben.

Fünf Mal so viele Intensivpatienten

Besorgniserregend ist hingegen, wie zeitig die vierte Welle das Land erfasst: Am Montag lagen bereits fünf Mal so viele Patienten auf den Intensivstationen wie Anfang September des Vorjahres. Am Montag gab es 1.428 Corona-Neuinfektionen und 8 Tote. Auch die Zahl der Intensivpatienten stieg erneut an: Innerhalb nur eines Tages mussten 15 neue Patienten in die heimischen Intensivstationen verlegt werden, 170 sind es nun schon insgesamt. 579 Menschen werden insgesamt mit Corona im Spital behandelt, um 31 mehr als am Vortag.

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