Ukraine

Zerstörter Russen-Panzer vor Putins Berliner Botschaft

Eine andere Art des Protests gegen die russische Aggression: Zum Jahrestag des Kriegs steht nun ein russischer Panzer vor Putins Botschaft in Berlin.

Eine andere Art des Protests: Zum Jahrestag des Ukraine-Kriegs wird ein zerstörter russischer Panzer vor der Botschaft in Berlin ausgestellt.
Eine andere Art des Protests: Zum Jahrestag des Ukraine-Kriegs wird ein zerstörter russischer Panzer vor der Botschaft in Berlin ausgestellt.
Enno Lenze

Freitagmorgen gegen vier Uhr war es so weit: Ein Panzer des Typs T-72B traf direkt aus der Ukraine vor der russischen Botschaft in Berlin ein. Hier wird der durch die ukrainischen Streitkräfte zerstörte Panzer für das Wochenende ausgestellt – unmittelbar vor den Augen der russischen Vertretung in Deutschland.

Für Initiator Wieland Giebel (73) steckt hinter der temporären Installation eine klare Botschaft: "Wir stellen den Terroristen ihren Schrott wieder vor die Tür". Der Panzer wiegt stolze 44 Tonnen und wurde am 31. März in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew von einer Mine zerstört. Weiters sind Einschusslöcher und Treffer aus Handfeuerwaffen zu erkennen. Der Panzer entstammt einer nahe der Mongolei stationierten Einheit – vor seinem Transport gen Westen ruhte er auf dem Panzer-Friedhof eines Militärmuseums. 

Dem Widerstand zum Trotz

Gemeinsam mit seinem Partner Enno Lenze (40) arbeitete Giebel monatelang an dem Projekt. In dieser Zeit offenbarten sich den beiden einige Widerstände – besonders aus dem Berliner Bezirk Mitte. Zuerst hieß es, syrische Flüchtlinge könnten durch die Anwesenheit des Panzers traumatisiert werden, dann wurden Bedenken bezüglich abgelenkter Radfahrer oder Fußgänger angemeldet. 

Der Panzer unterwegs durch Polen.
Der Panzer unterwegs durch Polen.
Enno Lenze

100.000 Euro

Außerdem wurde befürchtet, ein darunter liegender Tunnel könnte einstürzen, da der Panzer und der abladende Kran gemeinsam zu schwer seien. Letzten Endes räumte das Verwaltungsgericht jedoch jegliche Zweifel vom Tisch und ermöglichte somit das Projekt. 

"Dieser Panzer soll ein Zeichen unseres Protestes gegen den Krieg Russlands setzen und unsere Solidarität mit der Ukraine ausdrücken", sagt Giebel. Die 100.000 Euro teure Aktion wird durch Spenden finanziert. 

Weltweites Gedenken: Vor einem Jahr marschierte Putin in der Ukraine ein

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