Paukenschlag im österreichischen Skispringen! Wie "Heute" berichtete, hat Lisa Eder am Freitag völlig überraschend ihre Karriere beendet. Die Salzburgerin war zuletzt die erfolgreichste heimische Springerin, feierte ihre ersten zwei Weltcupsiege und wurde Gesamtvierte.
Umso unerwarteter kommt nun das frühe Aus. Hinter den Kulissen dürfte es länger geknirscht haben. Wie Eder erklärte, spielten auch Differenzen mit dem Österreichischen Skiverband eine Rolle. Ihr Wunsch, ihren Verlobten Manuel Fettner ins Trainerteam einzubinden, wurde abgelehnt. "Wir sind auf keinen grünen Zweig gekommen", sagte Eder im ORF.
Die 24-Jährige machte deutlich, dass sie mit den Rahmenbedingungen zunehmend unzufrieden war: "Der ÖSV hat seine Gründe, und das ist auch verständlich. Für mich funktioniert es anders nicht." Und weiter: "Schon länger haben es mir die Umstände schwergemacht. Skispringen an sich würde mir Spaß machen, aber das Drumherum macht mich nicht so happy."
Auch ÖSV-Sportchef Florian Liegl bestätigte, dass Fettner intern Thema war. "Lisa äußerte den Wunsch, dass ihr Verlobter ins Team integriert wird. Dem konnten wir aus inhaltlichen, compliance-technischen und budgetären Gründen nicht Folge leisten."
Für Liegl bleibt Eders Entscheidung bedauerlich: "Es ist sehr schade für den österreichischen Skiverband." Fettner, der seine eigene Karriere nach der Saison ebenfalls beendet hat, hätte laut Eder noch einmal für einen sportlichen Impuls sorgen sollen. Doch dieser Plan ließ sich nicht umsetzen.
Ein Nationenwechsel ist für Eder kein Thema. Sie beendet ihre Laufbahn endgültig und blickt nach vorne. "Es beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt, auf den ich mich freue." Für den ÖSV hinterlässt der Rücktritt eine große Lücke, gerade nach der Verletzung von Eva Pinkelnig und dem Karriereende von Jacqueline Seifriedsberger.