Kartnig-Prozess: "Das Leben ist nicht fair"

Von Lagerfeld zu Lagerhaus! Hannes Kartnig - Werbeguru und ehemaliger Präsident der großen Mannschaft von Sturm Graz - muss sich in Graz vor Gericht verantworten. Die Vorwürfe: schwerer Betrug, betrügerische Krida, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen sowie Steuerhinterziehung. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Graz, 10. März, 8.35 Uhr: Als einziger der insgesamt acht Angeklagten betrat Hannes Kartnig das Gericht durch den Vordereingang. Der Schwurgerichtssaal war bis zum letzten Platz besetzt, wie Sturms Stadion zu den besten Zeiten. Doch diesmal zittert Kartnig nicht um Punkte, sondern um seine Freiheit.
Ein Gutachter spricht von 8,5 Millionen Euro Schaden, den Kartnig als Präsident von Sturm Graz verursacht haben soll. Es geht um Manipulation von Eintrittskarten, Schwarzgeldzahlungen an Spieler, Steuerhinterziehung und unbezahlte Rechnungen. Staatsanwalt Johannes Winklhofer hat 66 Umzugskartons voll mit Akten gesammelt.
Das Leben ist nicht fair, sagt Kartnig-Anwalt Richard Soyer. Spieler, die Millionen in die Taschen gesteckt bekommen haben, laufen herum und lachen sich ins Fäustchen. Freilich: Der Steuerhinterziehung bekannte sich Kartnig schuldig. Aber nicht in voller Höhe, vielleicht zwei, drei Millionen, sagt Soyer. Sonst hätte sich Sturm die teuren Spieler nicht leisten können, nennt Kartnig sein Motiv. Heute wird der Prozess fortgesetzt.
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