Käsekrainer um 0.30 Uhr! Muster tut Thiem gut

Thomas Muster coacht Dominic Thiem diese Saison 20 Wochen.
Thomas Muster coacht Dominic Thiem diese Saison 20 Wochen.Bild: picturedesk.com

Thomas Muster coacht in der Tennis-Saison 2020 Dominic Thiem. Das Ziel: der Titel bei den French Open. "Ich will ihn besser machen, als ich jemals war", sagt Muster. Das sind seine Pläne.

Thomas Muster coacht im Jahr 2020 Dominic Thiem. Die Legende soll ihrem Kronprinzen am Sprung auf den Tennis-Thron helfen. 20 Wochen wird Muster mit Thiem reisen – zu den vier Grand-Slam-Events und zu den Masters-1000-Turnieren. Hauptcoach bleibt der Chilene Nicolas Massu, der Thiem 2019 zur Nummer vier der Welt formte.

"Ich will ihn besser machen, als ich je war"

"Ich will ihn besser machen, als ich je war. Wir können noch an vielen Schrauben drehen", sagt Muster.

"Er wird mir helfen", ist Thiem überzeugt. Das hätte der ATP Cup, wo Muster Kapitän war und Österreich mit dem 1:2 gegen Polen ausschied, gezeigt. "Tom entwickelt als Betreuer eine extreme Energie."

Käsekrainer um 0.3o Uhr

Die hatte er auch als Spieler. 1995 triumphierte der Sandplatz-König (44 ATP-Titel, 40 davon auf Sand) in Paris, sechs Wochen war er 1996 der Beste der Welt.

Muster galt als beinharter Arbeiter, seine Ziele verfolgte er mit Brutalität. Als Muster mit 44 Jahren ein Comeback versuchte, trainierte er in der Stadthalle bis nach Mitternacht. Er schrie bekam keine Luft, hatte Blasen – er schlug, stöhnte, schlug, stöhnte, fluchte, schlug, fluchte, stöhnte, schlug, stöhnte ...

Er zeigte seinen Nachfolgern, wie viel Training ein Körper verträgt. "Wenn ich die Jungen mit der Pulsuhr sehe, muss ich lachen", sagte er "Heute". "Im Match gibt es bei Puls 200 keine Pause." Um 0.15 Uhr schickte Muster einen Spezl zum Würstlstand, um 0.30 biss er in die Käsekrainer.

Vom Trainer-Job hielt er damals wenig: "Das heißt Handtuch halten, Wasserflasche halten und Mund halten."

Ich kann nicht lange Tennis schauen

Frisch in der Tennis-Pension griff Muster lange keinen Schläger an. "Dass ich Tennisprofi war, merke ich nur, wenn ich aufs Konto schaue." Muster war Weinbauer. "Ich fahre Traktor, stelle Zäune auf, baue Wege. Ich habe Ziegen – und Böcke. Die sind praktisch, weil sie alles fressen. Das Rasenmähen spare ich mir."

Er investierte in Immobilien, Tennis interessierte ihn nicht. "Ich kann nicht lange zuschauen. Es ist mir zu fad", erzählte er "Heute". "Alle spielen gleich. Die Matches dauern vier Stunden, zwei Stunden davon wischen sich die Spieler mit dem Handtuch ab. Das gehört verboten."

Muster: "Thiem kann die Nummer 1 werden"

Jetzt ist alles anders. Muster glaubt an Thiem: "Er kann die Nummer 1 werden." Helfen will der 53-Jährige mit Auge und Hirn. Erstens bei der Gegner-Analyse, die unter Trainer Massu letzte Saison bereits verbessert wurde. Zweitens durch seine Erfahrung. "Ich weiß, wie es sich anfühlt, in Paris ein Finale zu spielen." Der Titel in Paris, das ist 2020 das Ziel.

Thiem: "Es wird eine geile Zeit"

Muster hatte in den letzten Jahren viele Angebote als Trainer, er lehnte ab. "Ich hätte es von keinem anderen Spieler angenommen", stellt er klar. "Es wird eine geile Zeit", ist Thiem sicher. 2011 schoss er Muster in Wien in die Tennis-Pension. Vor 9.000 Fans. 8.900 halfen an diesem Tag in der Stadthalle zu Muster. Jetzt ist die Legende zurück – in Thiems Team.

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