Starke Gewitter haben am Mittwochabend in Teilen Tirols für dramatische Szenen gesorgt. Im Gemeindegebiet von Sölden gingen Muren ab, Straßen wurden verschüttet und Gebäude überflutet. Wegen der angespannten Lage lösten die Behörden kurz nach 22.15 Uhr Zivil- und Katastrophenschutzalarm aus.
Besonders betroffen war zunächst der Bereich der Rofenhöfe nahe Vent. Dort verschüttete eine Mure offenbar eine Straße. Rund 30 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.
Bürgermeister Ernst Schöpf erklärte gegenüber der APA, dass die Betroffenen in einem Hotel in Vent untergebracht wurden. Außerdem sei ein Parkplatz teilweise unterspült worden, mehrere Autos wurden beschädigt. Die Straße nach Vent blieb über Nacht aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Im weiteren Verlauf zog das Unwetter in Richtung Sölden. Im Ortszentrum wurden nach ersten Informationen Tiefgaragen überflutet, auch andere Ortsteile waren betroffen.
Zusätzlich verlegten Muren die Ötztaler Ache teilweise. Dadurch entstand eine Flutwelle, die talauswärts zog. Die Feuerwehren entlang des Flusses beobachteten die Entwicklung und sicherten Brücken sowie Gebäude entlang der Ache.
Nach Angaben der Leitstelle Tirol wurden in und rund um Sölden vorübergehend zwischen 200 und 300 Menschen in Sicherheit gebracht. Feuerwehr, Rettung und Bergrettung standen im Großeinsatz.
Die Bevölkerung wurde zunächst aufgefordert, den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten. Keller, Tiefgaragen und Unterführungen sollten gemieden werden. Außerdem wurde davor gewarnt, sich an Gewässern oder auf Brücken aufzuhalten.
Gegen 23.15 Uhr entspannte sich die Situation wieder. Die behördliche Warnung wurde aufgehoben, die Einsatzkräfte setzten ihre Arbeiten aber fort. Die vorübergehend evakuierten Bewohner konnten in ihre Häuser zurückkehren. Zuvor war in der Freizeitarena Sölden eine Notunterkunft eingerichtet worden.
Trotz der schweren Unwetterschäden und mehrerer Murenabgänge wurde nach bisherigen Informationen niemand verletzt. Die Aufräumarbeiten dauern an.