Kein Ende – Experten warnen vor zweiter Grippe-Welle

Blick in eine Intensivstation (Symbolfoto)
Blick in eine Intensivstation (Symbolfoto)HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Nach der starken Grippewelle im Dezember ist die Zahl der Erkrankungen mittlerweile zurückgegangen, doch die Ärztekammer erwartet eine zweite Welle.

Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen und teils hohes Fieber: Österreich wird dieser Tage von einer dreifachen Infektionswelle überrollt. Neben Corona und dem RS-Virus fällt die Grippewelle in diesem Winter besonders stark aus. Die erkrankten Patienten und Patientinnen in den Krankenhäusern werden immer mehr.

Zwei Kinder in Linz gestorben

In der Woche vor Weihnachten wurden rund 526.000 neue Fälle von Grippe und grippeähnlichen Erkrankungen in Österreich gemeldet, "Heute" berichtete. Zu Beginn der Woche sind im Linzer Krankenhaus zwei Kinder in Verbindung mit der echten Grippe gestorben. Ein weiteres schwebt aufgrund einer Herzmuskelentzündung in akuter Lebensgefahr.

Mehr lesen: Grippe grassiert so schlimm wie nie – zwei Kinder tot

Mittlerweile sind die Infektionszahlen deutlich zurückgegangen, doch laut Ärztekammer steht eine zweite Grippe-Welle kurz bevor. Österreichweit wurden in der Kalenderwoche 52 laut ÖGK noch 143.793 grippale Infekte und Grippefälle erfasst, in der ersten Jänner-Woche waren es mit 76.555 Erkrankungen um fast die Hälfte weniger.

Schulstart sorgt für neue Welle

Trotz des Rückgangs erwartet der Präsident der niederösterreichischen Ärztekammer Harald Schlögel kein Ende der Grippesaison: "Es wird wahrscheinlich eine zweite Welle geben", betont er gegenüber "noe.ORF.at". Die aktuell sinkende Zahl an Infektionen hänge unter anderem mit den Schulferien und Betriebsurlauben zusammen. Mit dem erneuten Schulstart und dem Hochfahren der Wirtschaft dürfte sich auch die Zahl der Erkrankungen wieder häufen.

Auch in den Wintersaisonen vor der Corona-Pandemie habe sich oft gezeigt, dass nach einem Abstand von vier bis fünf Wochen mit einer zweiten Grippewelle zu rechnen ist. "Nachdem bisher hauptsächlich Kinder und Jugendliche betroffen waren, ist zu befürchten, dass dann insbesondere ältere Menschen betroffen sein werden", so Schlögel.

Kritik an mangelnder Impfbereitschaft

Der Präsident der niederösterreichischen Ärztekammer kritisiert die mangelnde Bereitschaft zur Grippeimpfung. 15 von 100.000 Menschen in Österreich sterben im Durchschnitt jedes Jahr an Influenza. Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, chronisch Kranke und ältere Menschen ab 60 Jahren sind für schwere Verläufe besonders gefährdet.

Die Impfung kann zwar nicht die Infektion, aber schwere Verläufe verhindern. Die zirkulierenden Influenza-A-Viren sind von der diesjährigen Impfung abgedeckt, "Heute" berichtete.

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