"Kein Geld mehr da"  – Mann ohne Klimabonus heimgeschickt

Christoph Nessel zeigt sich sichtlich erfreut vor der Postfiliale am Linzer Hauptbahnhof.
Christoph Nessel zeigt sich sichtlich erfreut vor der Postfiliale am Linzer Hauptbahnhof.privat
Ein Linzer wollte bei einer Postfiliale seinen Klimabonus abholen. Bis ihm dieser endlich ausbezahlt wurde, dauerte es aber sehr lange.

Es begann bereits skurril: Obwohl Christoph Nessel seine Daten bei Finanzonline bekannt gegeben hatte, bekam er vor rund zwei Wochen seinen Klimabonus in einem RSa-Brief zugeschickt. Da er bei der Postlieferung nicht zuhause war, wurde er informiert, sich den Brief bei der Post am Linzer Hauptbahnhof zu holen.

Doch was in der Theorie einfach sein sollte, erwies sich in der Praxis schwieriger als angenommen.

"Kein Geld mehr da"

Zum ersten Mal war der Veranstaltungstechniker Nessel vor einer Woche bei der genannten Postfiliale, um sich seine 500 Euro abzuholen. Als er jedoch sah, dass die Warteschlange bis auf den Parkplatz reichte, beschloss er nach 15 Minuten, zu gehen.

Einige Tage später probierte er es zum zweiten Mal, es waren aber wieder viel zu viele Menschen da. Er gab erneut nach zehn Minuten frustriert auf, da er nicht so lange warten wollte.

Vergangenen Montag versuchte der Linzer es noch ein drittes Mal, allerdings scheiterte er wieder. Als er gerade in der Schlange vor dem Gebäude stand, kam laut Nessel eine Mitarbeiterin heraus und erklärte, dass alle nachhause gehen sollten, die den Klimabonus einlösen wollen. Es sei schlicht kein Kontingent mehr da.

"Es war kein Geld mehr da. Das war sehr schade"

"Die ersten beiden Versuche habe ich eigenverantwortlich abgebrochen, da mir die Wartezeit zu lange war", sagt Nessel im Gespräch mit "Heute": "Aber beim dritten Anlauf war kein Geld mehr da. Das war sehr schade."

"Unsere Geschäftsstellen sind verpflichtet, jeden Tag eine Inventur zum Klimabonus durchzuführen", erklärt die verantwortliche Post-Bank (Bank99) gegenüber der "Kronen Zeitung": "Diese Inventur findet zwischen elf und 14 Uhr statt. Das Prozedere nimmt in etwa 15 Minuten in Anspruch, danach kann und konnte der Klimabonus wieder ausgezahlt werden. Das wurde den Wartenden auch mitgeteilt.“

Dieser Tage sind an zahlreichen Poststationen lange Warteschlangen zu beobachten.

Vierter Anlauf

Dienstagvormittag wagte es Nessel schließlich zum vierten Mal und suchte die Post auf. "Nach einer zehnminütigen Wartezeit habe ich endlich meinen Klimabonus erhalten", berichtete Nessel danach erleichtert im Gespräch mit "Heute": "Es hat alles reibungslos funktioniert, man hat gemerkt, dass die Post personell besser aufgestellt ist. Die Warteschlange war überschaubar."

Seiner Beobachtung nach seien Postbeamte derzeit "wirklich leidgeprüft", und: "Die sind in einer schwierigen Situation und dürfen sich viel von den Kunden anhören. Hut ab! Außerdem können die nichts dafür, wenn kein Geld mehr da ist."

Wofür er die nun endlich erhaltenen 500 Euro verwende? "Die fließen zum Haushaltsbudget, um das sich meine Frau kümmert", so Nessel.

300.000 Überweisungen täglich

Wie "Heute" berichtete, soll jeder bis Mitte Oktober den Klimabonus erhalten. Laut Klimaministerium haben mit Stand gestern (Montag) 6,6 Millionen Menschen den Bonus überwiesen bekommen. Mit der Auszahlung wurde Anfang September begonnen, die Bawag PSK bewältigt derzeit 300.000 Überweisungen pro Werktag.

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