Nicht nur die Grünen sind Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein Dorn im Auge, auch von der Links-Partei ist er kein Fan. Deren Wahlsieg in Berlin sorgte nun für eine heftige Drohung Söders an die Deutsche Bundeshauptstadt. Sollten die Linken an die Macht kommen, will der Ministerpräsident kein Geld mehr locker machen.
"Es kann nicht sein, dass der Bund endlos Geld zahlt und wir endlos Geld zahlen dafür, dass wir am Ende eine antisemitische Führung haben, in der bei Partys Clankriminelle dabei sind", wird der CSU-Vorsitzende von der "Krone" zitiert.
Während Bayern zu den wirtschaftlich stärksten Bundesländern Deutschlands zählt, profitiert Berlin vom Finanzausgleich. So wurde etwa Mitte September vereinbart, dass die Hauptstadt mehr Bundesmittel für Sicherheit und Kultur erhalten soll. Sollte die Linke die Enteignung von Wohnungsunternehmen weiterverfolgen, wolle Söder diesen Vertrag nun "nochmal aufmachen". Auch Gespräche mit anderen Länderregierungschefs zur möglichen Neuordnung des Länderfinanzausgleichs sollen stattfinden.
Mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht wehrt sich Bayern dagegen, dass man mehr als die Hälfte der Summe zur Unterstützung finanzschwächerer Bundesländer wie Berlin bezahlt.
Nicht nur aus Bayern gibt es Kritik an der Linken. Grund dafür ist unter anderem, dass auf Wahlpartys der Clan-Chef Isso Remmo und der anti-israelische Aktivist Ibrahim Ibrahim aufgetaucht sind. Auch die israelische Botschaft in Deutschland hat sich zu Wort gemeldet. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sprach man von einer "unmittelbaren Existenzgefahr" für Juden in Berlin.
Seitens der Linken weist man die Vorwürfe zurück. Demnach seien das Existenzrecht Israels und der Schutz jüdischen Lebens klare Beschlusslage der Partei. Auch zu dem Clan-Boss hatte man sich distanziert. Gegenüber dem ZDF sagte Spitzenkandidatin Elif Eralp, dass man mit organisierter Kriminalität nichts zu tun haben wolle.