Nur 75 Minuten vor dem tödlichen Unglück hatte Aleksandar Spasic noch Kontakt mit seiner Ehefrau. Wenig später wurde der 52-jährige Sicherheitsmitarbeiter beim Free-Fall-Tower "Hangover" von einer herunterfahrenden Sitzschale getroffen. Seine Familie rätselt nun, warum er sich im Gefahrenbereich befand.
Der Serbe hatte sich auf seine Arbeit beim Oktoberfest gefreut und wollte damit für seine Familie sorgen. Doch schon vor seinem Einsatz machten sich seine Angehörigen Sorgen. "Papa, geh nicht zum Oktoberfest, das ist ein schlimmer Ort zum Arbeiten", warnte ihn seine Familie laut BILD.
Dabei fürchtete die Familie vor allem, dass der 52-Jährige von Betrunkenen verletzt werden könnte.
Sohn Lazar (26) kann sich nicht erklären, weshalb sich sein Vater im Gefahrenbereich des Fahrgeschäfts befand.
"Eigentlich darf dort niemand hin, weil es verboten ist. Aber vielleicht hat jemand seine Brille oder sein Handy verloren und er wollte es aufheben", vermutet Lazar im Gespräch mit der deutschen Boulevardzeitung.
Gegen 21.45 Uhr wurde Aleksandar S. von der herunterfahrenden Sitzschale getroffen. Laut seinem Sohn handelte es sich um die letzte Fahrt, rund zehn Minuten vor dem Ende. Die Sitze bremsen knapp über dem Boden ab.
Der Zwei-Meter-Mann erlitt schwerste Kopfverletzungen und brach zusammen. "Schnell eintreffende Polizisten und Retter begannen sofort mit der Reanimation", so Polizeisprecher Thomas Schelshorn zur BILD.
Aleksandar S. wurde ins Klinikum rechts der Isar gebracht. Sein Sohn erinnert sich an die dramatischen Momente im Spital. "Ich habe am Gesicht der Oberärztin gemerkt, dass etwas Schlimmes passiert ist", sagt Sohn Lazar der BILD.
Auch einige Kollegen seines Vaters seien dort gewesen. Dann erhielt die Familie die traurige Nachricht: "Dann sagte die Ärztin, dass alles probiert wurde, er es aber nicht geschafft hat."
Lazar und seine Mutter Adriana B. (47) beschreiben den 52-Jährigen als vorsichtigen Menschen. S. arbeitete erst seit drei Monaten für die Sicherheitsfirma. Gerade deshalb wundert sich sein Sohn über die Umstände des tödlichen Unfalls.
"Einen Tag zuvor war er bei einem anderen Fahrgeschäft und ein Gast hatte etwas verloren. Mein Vater sollte es für ihn aufheben. Er sagte aber nein, weil es zu gefährlich ist", sagt sein Sohn der Boulevardzeitung.
Warum sich sein Vater am Montagabend dennoch im gefährlichen Bereich des "Hangover" befand, ist für Lazar deshalb unverständlich.
Mit seiner Ehefrau Adriana war Aleksandar S 28 Jahre verheiratet. Rund 75 Minuten vor dem tödlichen Unfall hatten die beiden das letzte Mal Kontakt.
"Wir hatten ausgemacht, dass wir am Dienstag mit der Familie auf das Oktoberfest gehen wollen", sagt sie zur BILD. Statt des gemeinsamen Besuchs auf der Wiesn trauert die Familie nun um den 52-Jährigen.