Wollte als Märtyrer sterben

Radikalisierter Schüler (18) nach Messertat verurteilt

Ein 18-Jähriger wurde nach mehreren Angriffen in Essen zu neun Jahren Haft und Unterbringung in einer sozialtherapeutischen Einrichtung verurteilt.
Newsdesk Heute
22.09.2026, 20:06
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Eine Frau erlitt lebensgefährliche Stichverletzungen im Brustbereich und Verletzungen an der Hand. Danach ist der Schüler zur Alten Synagoge in Essen gegangen, um – laut NTV – dort möglichst viele Juden zu töten.

Weil ihm der Zutritt zur Synagoge verweigert wurde, hat er bei einer nahegelegenen Bushaltestelle einem Obdachlosen ein Messer in den oberen Rücken gerammt, bis in die Lunge. Auch der Mann wurde lebensgefährlich verletzt.

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Laut Gericht hat der Angeklagte aus dem Kosovo im Internet eine radikalislamische Gesinnung entwickelt. Als Grund für seine Tat gab er an, seine Lehrerin habe den Propheten Mohammed beleidigt. Außerdem habe er geplant, sich danach von der Polizei erschießen zu lassen.

Hier bekommst du Hilfe

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Rat auf Draht: Wenn Kinder oder Jugendliche betroffen sind, ist die Nummer 147 jederzeit erreichbar.

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Das Gericht hat die Unterbringung in einer sozialtherapeutischen Einrichtung angeordnet. Die Sicherungsverwahrung wurde vorbehalten, weil von dem mittlerweile 18-Jährigen weitere schwere Straftaten zu erwarten seien. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mit Maschinenpistole ins Gesicht geschossen

Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Mit dem Urteil folgte das Gericht der Forderung der Bundesanwaltschaft und blieb ein Jahr unter der Jugendhöchststrafe von zehn Jahren. Der Verteidiger hatte sechseinhalb Jahre Haft verlangt. Der Angeklagte wurde auch wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Widerstands gegen die Polizei in Tateinheit mit Nötigung verurteilt.

Ein früheres Urteil des Amtsgerichts Essen wurde in die Jugendstrafe eingerechnet. Am Tattag, dem 5. September 2025, hat er zuerst den Hausmeister einer Volksschule angegriffen, wo er Sozialstunden ableisten musste. Am Tag davor hatte der Hausmeister ihn wegen einer zu langen Pause zurechtgewiesen. Der Bub schlug mit der Faust in Richtung Kopf, traf aber die Schulter. Laut Gericht war das aber kein Mordversuch, wie zuerst angenommen.

Weil er als Märtyrer sterben und von der Polizei erschossen werden wollte, zog er nach den Angriffen in einem Park beim Essener Hauptbahnhof absichtlich ein Messer, als ihn die Polizei stellte und aufforderte, sich nicht zu bewegen. Ein Polizist schoss ihm daraufhin mit der Maschinenpistole ins Gesicht, um ihn zu stoppen.

Der Jugendliche musste operiert und auf der Intensivstation behandelt werden. Die Auswertung von Datenträgern ergab Hinweise auf Islamismus als Motiv. Der Jugendliche soll entsprechende Videos angefertigt haben. Eine Woche nach den Attacken übernahm die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen.

red,22.09.2026, 20:06