Das Feld für die WTA Finals in Riad steht – und sorgt für Diskussionen. Jasmine Paolini schnappt sich den letzten Startplatz, während Mirra Andreeva trotz starker Saison leer ausgeht. Ausschlaggebend: eine Sonderregel im WTA-Regelwerk – und ein fehlendes Visum.
Mit dem Halbfinal-Einzug in Ningbo machte Paolini alles klar. Obwohl sie in Japan gegen Elena Rybakina verlor, reichten ihre Punkte aus, um Andreeva um nur sechs Zähler zu überholen. Die junge Russin war in Tokio gar nicht am Start – sie erhielt kein Visum für das Turnier.
Doch auch eine Regel-Schlupfloch spielte der Italienerin in die Karten. Eigentlich müssen Spielerinnen in der Saison an sechs WTA-500-Turnieren teilnehmen. Wer das nicht schafft, bekommt Strafpunkte – so wie Iga Swiatek oder Aryna Sabalenka.
Paolini nahm jedoch nur an fünf Turnieren dieser Kategorie teil – kam aber straflos davon. Grund: Sie war im Jänner für Adelaide gemeldet, sagte aber weniger als 48 Stunden vor Turnierbeginn aus medizinischen Gründen ab. Laut Regelwerk zählt das trotzdem als Teilnahme, sofern alle Presse- und Medienpflichten erfüllt wurden.
Diese feine Auslegung rettete ihr am Ende das Ticket für Riad. Ohne diese Regel hätte Paolini zehn Punkte verloren – und Andreeva wäre dabei gewesen. In Riad trifft Paolini ab dem 1. November in der "Stefanie-Graf-Gruppe" auf Aryna Sabalenka, Coco Gauff und Jessica Pegula. In der "Serena-Williams-Gruppe" kämpfen Iga Swiatek, Madison Keys, Amanda Anisimova und Elena Rybakina um den Halbfinaleinzug.