Kuriose FIFA-Vorschrift

Kein WM-Finale für Top-Schiris wegen Kriegs-Regel

Schiedsrichter-Besetzungen bei der Fußball-WM sorgen immer wieder für Aufregung. Nun könnte eine ungewöhnliche Regelung greifen.
Sport Heute
09.07.2026, 20:45
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Der englische Schiedsrichter Michael Oliver ist einer der Top-Schiedsrichter der Welt. Er wäre damit einer der prädestinierten Unparteiischen, um das WM-Finale am 19. Juli zu leiten. Doch dieser Traum könnte für den 41-Jährigen bereits wieder geplatzt sein. Denn eine kuriose Regelung könnte den Final-Einsatz des Unparteiischen verhindern.

Bei den Schiedsrichter-Besetzungen der FIFA gibt es freilich viele Vorgaben. So darf ein Schiedsrichter natürlich nicht die Spiele seines Heimatlandes leiten – das ist logisch. Ebenso verboten ist, dass ein Referee Partien pfeift, die direkte Auswirkung auf das Herkunftsland des Unparteiischen haben.

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Keine Spiele mit Auswirkung auf England

Referee Oliver leitet jedenfalls das WM-Viertelfinale zwischen Spanien und Belgien am Freitagabend. Es ist sein bereits vierter Einsatz bei dieser WM, der siebte insgesamt. Allerdings wahrscheinlich auch der letzte Auftritt des Top-Referees bei der WM 2026.

Einsätze von Oliver, oder seinem Landsmann Anthony Taylor im Viertelfinalspiel zwischen Argentinien und der Schweiz sind ebenso ausgeschlossen, weil der Sieger auf England, sollten sich die "Three Lions" gegen Norwegen durchsetzen, treffen könnten.

Krieg-Regel könnte greifen

Ein Halbfinale zwischen England und Argentinien, oder der Schweiz, wäre ebenso ausgeschlossen. Und eben auch ein Endspiel mit Beteiligung des amtierenden Weltmeisters rund um Star Lionel Messi – England wäre in diesem Fall spätestens im Semifinale eliminiert worden. Hier greift nämlich eine von der FIFA vor 44 Jahren eingeführte Sonderregelung, die auf einen Krieg zurückgeht: den Falklandkrieg aus dem Jahr 1982, in dem Argentinien und Großbritannien um die Falklandinseln kämpften.

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Seither setzt die FIFA englische Referees nicht bei argentinischen Spielen und argentinische Schiedsrichter nicht bei englischen Partien ein.

Oliver, Taylor und Tello droht WM-Aus

Damit könnten Oliver und Taylor womöglich nur noch für das Semifinale zwischen Frankreich oder Marokko gegen Spanien oder Belgien infrage kommen, sofern die Argentinier aufsteigen und England raus ist. Sollten sich die "Three Lions" im Viertelfinale gegen Norwegen durchsetzen, dürften die beiden englischen Referees auch das zweite Semifinale nicht leiten. Hier würde schließlich ein möglicher Finalgegner des Teams von Thomas Tuchel ermittelt werden.

Taylor galt schon 2022 als Kandidat für das WM-Finale. Weil aber Argentinien spielte, schied er aus. "Es ist Zeit, dass der Fußball erwachsen wird. Schiedsrichter sind darauf trainiert, neutral zu sein, sie sehen nur die Farben der Trikots und sollten nicht daran gehindert werden, bestimmte Klubs oder Länder zu pfeifen, weil es kleinliche Rivalitäten oder historische Konflikte gibt", ärgerte sich der frühere Premier-League-Topreferee Graham Scott in "The Athletic". Er selbst halte auch viel vom Argentinier Facundo Tello, der im Viertelfinale Frankreich gegen Marokko pfeift, aber ihn könnten ebenso diese Regelungen treffen. "Er ist Weltklasse", so Graham, der sich Tello auch für England-Spiele wünsche.

{title && {title} } red, {title && {title} } 09.07.2026, 20:45
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