Keine Entspannung in Sicht – wird Lockdown verlängert?

Lockdown in Wien: Tote Hose am sonst so belebten Naschmarkt
Lockdown in Wien: Tote Hose am sonst so belebten NaschmarktHELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Die Zahl der Corona-Kranken auf den Intensivstationen will einfach nicht sinken. Auch die Ampel-Kommission hat eine düstere Prognose erstellt.

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) sprach am Donnerstagabend in einem Interview mit Puls24 über den Lockdown in der Ostregion und die angespannten Lage auf den Intensivstationen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Dabei überraschte er mit einer knallharten Ansage: "Das Ganze wird nicht in drei Tagen vorbei sein, sondern – zumindest in Ostösterreich – noch einige Wochen anhalten" – "Heute" berichtete.

Der Wiener Intensivmediziner Thomas Staudinger zeichnete direkt im Anschluss ein ebenso düsteres Bild: "Wir sehen bis jetzt noch keinen Effekt irgendwelcher Maßnahmen auf den Intensivstationen", so der AKH-Arzt zum verhängten Lockdown. "Das war aber auch nicht zu erwarten, weil wir wissen, dass sich dieser Effekt frühestens nach ein bis zwei Wochen einstellt."

Dazu kommt noch die lange Liegezeit der Patienten auf den ICUs. Deshalb rechnet Staudinger frühestens in vier bis sechs Wochen mit einer Entspannung. Derweil geht die Betreuung der Corona-Kranken auf Kosten anderer Patienten.

"Können wir nicht abschätzen"

"Das musste so gemacht werden, weil wir die Patienten sonst nicht mehr versorgen hätten können", schildert der Mediziner die Situation in Wiens größtem Krankenhaus. "Alles was nicht akut lebensbedrohlich ist, alles was verschiebbar ist, wird verschoben". Für normale Patienten stehen nur noch knapp 40 Prozent der Bettenkapazität zur Verfügung, der Rest ist von Corona-Kranken belegt.

Bis wann dieser Rückstau bewältigt werden können wird, konnte Staudinger nicht "guten Gewissens" beantworten. "Was das bedeutet in Hinsicht auf die medizinische Versorgungsqualität, das können wir derzeit überhaupt nicht abschätzen."

Auch die Ampel-Kommission sieht in ihrem auf heute datierten Arbeitsdokument noch keine Zeichen der Entspannung im Infektionsgeschehen. Alle Details dazu hier >

Wird Lockdown ein drittes Mal verlängert?

Angesichts dieser düsteren Prognosen flammen auch wieder Spekulationen über einer neuerliche Verlängerung des harten Lockdowns bis Ende des Monats auf. Nach dem Vorpreschen Wiens haben auch Niederösterreich und das Burgenland bereits zwei Mal die anfängliche "Osterruhe" verlängert, die Notbremse bleibt fix bis 18. April angezogen.

Eine Ausdehnung des Lockdowns bis Ende des Monats scheint also nicht unwahrscheinlich. Darüber hinaus könnte es heikel werden. Bundeskanzler Sebastian Kurz stellte bereits mehrfach Öffnungsschritte für Mai in Aussicht. Ob dieser Zeitplan auch in der Ostregion halten kann, werden die Verantwortlichen mit Unterstützung der Experten in den nächsten Tagen entscheiden müssen.

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