Deal mit der Hamas

"Keine Teilabkommen" – Trumps neuer Plan für Gaza

Am Samstag umriss Nahost-Gesandter Steve Witkoff die neue Gaza-Strategie der USA. US-Präsident Trump will alle Geiseln auf einen Schlag freibekommen.
03.08.2025, 07:06
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US-Präsident Donald Trump will die US-Gaza-Politik offenbar neu ausrichten – weg von einem schrittweisen Vorgehen hin zu einem radikalen Kurswechsel. Das erklärte sein Nahost-Gesandter Steve Witkoff am Samstag bei einem Treffen mit Dutzenden Angehörigen von Hamas-Geiseln in Tel Aviv. "Mit hochrangigen israelischen Regierungsvertretern haben wir solche Gespräche nie", sagte ein Familienmitglied.

Witkoff erklärte den Anwesenden, Trump strebe ein umfassendes Abkommen an, das den Krieg beenden und alle verbleibenden Geiseln gleichzeitig freilassen soll. "Keine Teilabkommen mehr – das funktioniert nicht", sagte der Sondergesandte beim Treffen, wie die US-amerikanische Nachrichten-Website "Axios" berichtet. Witkoff sagte den Familien, dass er keine "perfekten Nachrichten" für sie habe, betonte jedoch, dass er glaube, "dass wir hier letztlich erfolgreich sein werden" – aus Gründen, über die er momentan nicht sprechen könne.

Abkehr von bisheriger US-Linie

Die Aussagen markieren eine deutliche Abkehr von der bisherigen US-Linie, die gemeinsam mit Israel auf kleine Verhandlungsschritte setzte. Dieses Modell habe in den vergangenen sechs Monaten nicht den gewünschten Erfolg gebracht, so Witkoff. Nun müsse es "alles oder nichts" heißen.

Hintergrund ist ein früherer Deal vom Jänner, der unter Trumps Vermittlung zustande kam: Damals wurden 33 Geiseln freigelassen, weitere Verhandlungen zur Beendigung des Krieges sollten folgen. Doch Israels Premierminister Benjamin Netanyahu nahm die Kampfhandlungen im März einseitig wieder auf und blockierte eine umfassende Lösung – aus innenpolitischen Gründen, wie Kritiker sagen.

Trump zeigte sich bis zuletzt zurückhaltend, unterstützte aber dennoch Netanyahus Strategie. Nun ist offenbar ein Umdenken erfolgt: Außenminister Marco Rubio hatte bereits vor zehn Tagen angedeutet, dass eine größere Lösung in Betracht gezogen werde. Auch ein Gespräch zwischen Witkoff und Netanyahu am Donnerstag zeigte, dass Israel und die USA über eine Neuausrichtung diskutieren.

Witkoff knüpft Abkommen an Hamas-Entwaffnung

Klar ist laut Witkoff jedoch: Ein Friedensabkommen könne es nur geben, wenn die Hamas entwaffnet werde. Zwar habe die Terrororganisation signalisiert, zur Entmilitarisierung bereit zu sein – doch Hamas reagierte prompt auf die Berichte und erklärte, man werde sich erst dann entwaffnen, wenn ein unabhängiger palästinensischer Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt Realität sei.

Offenbar wurde jedoch noch keine endgültige Entscheidung über den Kurswechsel getroffen. Derweil liegt noch immer ein Angebot für einen 60-tägigen Waffenstillstand auf dem Tisch, das die Freilassung von zehn lebenden und 18 toten Geiseln vorsieht. Witkoff bleibt dennoch zuversichtlich: "Wir stehen sehr, sehr kurz vor einer Lösung dieses Krieges."

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