EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas kündigte am Dienstag ein Maßnahmenpaket an, das sich klar auf die Treibstoffversorgung konzentriert. Hintergrund ist der Iran-Krieg, der laut Tzitzikostas bereits jetzt Auswirkungen auf alle Verkehrsmittel und Mitgliedstaaten hat.
Laut Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) droht bereits ab Juni ein Engpass bei der Kerosinversorgung von Europas Flughäfen. Die EU-Kommission will jetzt aktiv werden, um Beeinträchtigungen des Flugverkehrs in der Sommer-Saison zu vermeiden.
Laut einem Entwurf sollen in einem ersten Schritt die Raffineriekapazitäten in Europa erfasst und deren volle Auslastung sichergestellt werden. Laut Daten der IEA werden 30 Prozent des Kerosin-Bedarfs in der EU importiert. Davon wiederum stammen 70 Prozent aus dem Nahen Osten.
Die Raffineriekapazitäten in Europa sind in den vergangenen Jahren gesunken. Viele europäische Raffinerien arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Zudem ist die Versorgung in Europa sehr ungleichmäßig.
Noch gebe es zwar keine akuten Engpässe, doch die Lage könnte sich rasch zuspitzen. "Wir müssen vorbereitet sein", hieß es aus der EU-Kommission. Wenn nur die Hälfte der üblichen Lieferungen aus dem Nahen Osten ausfällt, droht bereits im Juni ein Engpass. Bei manchen Flughäfen in Europa könnte es sogar schon zu Pfingsten brenzlig werden.
Die 27 EU-Staaten sollen deshalb enger zusammenarbeiten. Ziel ist es, die steigenden Kosten für Bevölkerung und Betriebe abzufedern. Vor allem Fluglinien stehen unter Druck, nachdem sowohl die internationale Energieagentur als auch Airlines zuletzt vor Knappheit gewarnt haben.
Gleichzeitig denkt Brüssel weiter voraus: Der Verkehrssektor soll langfristig krisenfester werden. Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte erst kürzlich betont, dass Europa weg von Öl und Gas müsse - hin zu erneuerbaren Energien und Atomkraft.
Das konkrete Maßnahmenpaket will die EU-Kommission am Mittwoch präsentieren. Bereits am Donnerstag beraten die Staats- und Regierungschefs darüber.