Experte schlägt Alarm

KI als Gefahr im eigenen Zuhause – Microsoft warnt

Microsoft-Vize Brad Smith fordert strengere Regeln für künstliche Intelligenz. Er warnt vor Software, die sogar Haushaltsgeräte befallen könnte.
14.10.2026, 13:32
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Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant, doch die Sicherheit hält offenbar nicht Schritt. Microsoft-Vize Brad Smith schlägt deshalb Alarm und fordert dringend strengere Regeln für KI. Im Vorfeld eines internationalen KI-Gipfels in Dublin machte er deutlich: Einfach die Unternehmen machen zu lassen, sei keine Lösung.

Besonders brisant sind neue Warnungen des KI-Unternehmens Anthropic. Demnach könnten sich künftig schädliche sogenannte "KI-Würmer" selbstständig verbreiten und sogar vernetzte Haushaltsgeräte befallen.

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Microsoft fordert Not-Aus für KI

Smith sprach sich deshalb für eine Art Notabschaltung aus. Wer künstliche Intelligenz im eigenen Zuhause einsetzt, um etwa smarte Geräte zu steuern, müsse jederzeit die Kontrolle behalten können.

"Wenn man zu Hause eine KI die eigenen Geräte steuern lassen will, dann sollte man die Möglichkeit haben, diese KI abzuschalten", erklärte Smith laut ORF.at bei einem Gespräch mit Journalisten in Dublin.

Die Vorstellung, dass sich schädliche KI-Programme eigenständig im Haushalt verbreiten könnten, bereitet dem Microsoft-Manager Sorgen. "Ich glaube nicht, dass irgendjemand so etwas in seinem Zuhause haben will", stellte er klar.

"Laissez-faire" funktioniert nicht

Smith kritisierte außerdem, dass es für alltägliche Produkte teilweise strengere Sicherheitsvorschriften gebe als für künstliche Intelligenz. Es brauche deshalb "reale und effektive Sicherheitsstandards", deren Einhaltung auch von Regierungen kontrolliert werden könne.

Die bereits bestehenden KI-Regeln der EU sieht der Microsoft-Vize allerdings ebenfalls kritisch. Zu strenge Vorschriften könnten Innovationen bremsen und Unternehmen unnötig belasten.

Stattdessen fordert Smith einen internationalen Mittelweg: Klare Sicherheitsstandards, die möglichst viele Staaten unterstützen und die gleichzeitig technische Entwicklungen ermöglichen.

KI entwickelt sich schneller als die Sicherheit

Besonders alarmierend ist für Smith das Tempo der Entwicklung. Die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz würden derzeit schneller wachsen als die dazugehörigen Sicherheitsmaßnahmen.

Auf die Frage, warum die Branche nicht schon früher reagiert habe, verwies er auf die Dringlichkeit der aktuellen Situation. Solange niemand eine Zeitmaschine erfunden habe, müsse man eben jetzt handeln.

"Ich denke, wir müssen noch heute damit anfangen und mit Nachdruck handeln", betonte der Microsoft-Manager.

Auch Stromverbrauch sorgt für Kritik

Neben Sicherheitsrisiken wächst auch die Kritik am enormen Energiebedarf künstlicher Intelligenz. Microsoft investiert weltweit Milliarden in neue Rechenzentren, auch in Österreich.

Smith fordert deshalb, dass Regierungen den Ausbau der Stromversorgung besser mit neuen Rechenzentren abstimmen. Europa könne dabei besonders von erneuerbaren Energien profitieren.

Umweltschützer warnen allerdings vor den Folgen der riesigen Anlagen. Neben dem hohen Stromverbrauch benötigen viele Rechenzentren auch große Mengen Wasser zur Kühlung.

Proteste gegen KI-Gipfel angekündigt

Beim internationalen KI-Gipfel in Dublin sollen Vertreter großer Technologiekonzerne und europäischer Staaten über die Zukunft künstlicher Intelligenz diskutieren.

Doch schon im Vorfeld gibt es Kritik. Vor allem der Ausschluss von Vertretern der Zivilgesellschaft sorgt für Unmut. Mehrere Demonstrationen wurden angekündigt. Ausgerechnet jene Menschen, die künftig mit den Auswirkungen der KI leben müssen, sind bei den Gesprächen damit nicht direkt vertreten.

red, 14.10.2026, 13:32