Kinderwagen-Wutrede

"Volksschulkinder im Wagerl" nerven Wiener Öffifahrgast

Ein Wiener ärgert sich über große Kinder im Kinderwagen in vollen Öffis. Auf Reddit bekommt er dafür ordentlich Gegenwind.
13.10.2026, 23:00
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Volle Busse und Straßenbahnen sind für viele Fahrgäste in Wien schon anstrengend genug. Wenn dann auch noch ein Kinderwagen Platz braucht, kann das für Ärger sorgen. Ein Reddit-Nutzer hat seinem Frust jetzt im Forum r/wien Luft gemacht. Er stört sich daran, dass seiner Beobachtung nach auch Volksschulkinder noch im Kinderwagen sitzen – und damit in ohnehin vollen Öffis zusätzlichen Platz beanspruchen.

Besonders der Bus O oder der 13A sind ihm dabei ein Dorn im Auge. In seinem Beitrag beschreibt er Kinder, die seiner Einschätzung nach bereits alt genug seien, um selbst zu gehen oder ein Kind, das aussehe, "als könnt es nächstes Jahr Tschik kaufen". Eines habe sogar ein Smartphone in der Hand gehabt und darauf ein komplexes Spiel gespielt. Der Nutzer fragt sich, warum solche Kinder überhaupt noch im Wagerl sitzen müssen.

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"Du weißt nicht, warum"

Für seine Wortwahl erntet der Verfasser allerdings deutliche Kritik. Mehrere Kommentatoren erinnern daran, dass körperliche Beeinträchtigungen nicht immer sichtbar seien. Auch Verletzungen, Krankheiten oder schlicht ein besonders langer Tag könnten erklären, warum ein älteres Kind im Kinderwagen sitzt. Ein Elternteil berichtet etwa, regelmäßig mit einem Kinderwagen für seinen 14-jährigen Sohn mit Behinderung in den Öffis unterwegs zu sein.

Der Wagen sei für die Familie notwendig. Von außen lasse sich nicht beurteilen, warum Eltern diese Entscheidung treffen. Andere Nutzer vermuten, dass der Kinderwagen auch für ein jüngeres Geschwisterkind gedacht sein könnte oder darin Einkäufe transportiert würden. Wieder andere geben dem ursprünglichen Verfasser teilweise recht und kritisieren, dass manche Eltern ihre Kinder aus Bequemlichkeit länger im Wagen sitzen ließen.

Streit über Erziehung und Rücksichtnahme

Die Diskussion geht bald über die Platzfrage hinaus. Einige Nutzer sehen in der Kritik ein Beispiel dafür, wie wenig Verständnis Kinder und Eltern im öffentlichen Raum bekommen. Kinder müssten nicht nur leise und unauffällig sein, sondern auch lernen dürfen, sich selbstständig zu bewegen und mit ihrer Umgebung zurechtzukommen.

Andere halten dagegen, dass Kinder durchaus längere Strecken zu Fuß zurücklegen könnten und Eltern ihnen das häufiger zutrauen sollten. Ein Kommentator erzählt von einer Begegnung mit einer Mutter, deren etwa fünfjähriger Sohn noch im Kinderwagen saß. Die Mutter habe erklärt, dass ihr das Gehen mit dem Kind zu mühsam sei.

Auch die Größe der Wagen wird zum Thema. Ein Nutzer findet, manche Kinderwagen seien inzwischen beinahe so groß wie SUVs. Ein Vater stimmt ihm zu und bezeichnet manche Modelle ebenfalls als überdimensioniert.

Zwischen Platzmangel und Vorurteilen

Der Reddit-Rant zeigt, wie schnell eine alltägliche Situation in den Öffis zur Grundsatzdiskussion über Erziehung wird. Einerseits kann ein großer Kinderwagen in einem vollen Bus oder einer Straßenbahn tatsächlich Platz wegnehmen. Andererseits lässt sich aus dem Alter oder dem Aussehen eines Kindes nicht zuverlässig ableiten, ob es den Wagen braucht.

Die Kommentare reichen deshalb von Zustimmung zur Kritik an großen Kinderwagen bis zu deutlicher Ablehnung der pauschalen Vorwürfe. Eine einheitliche Meinung gibt es nicht. Klar wird vor allem, dass viele Menschen ihre eigenen Erfahrungen mit Kindern, Eltern und vollen Öffis in die Debatte einbringen.

red, 13.10.2026, 23:00
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