In einer Wiener Altbauwohnung wird es für einen Bewohner offenbar regelmäßig laut. Über ihm lebt eine Familie mit vier Kindern – drei Kleinkindern und einem Säugling. Die Kinder würden in der Wohnung herumlaufen, springen und schreien, schildert der Bewohner im Reddit-Forum r/wien. Selbst bei geschlossenen Fenstern höre er sie. Besonders störend sei für ihn, dass sein Schlafzimmer zu beben beginne und sogar der Spiegel an der Wand klappere.
Der Mann wohnt gemeinsam mit seiner Freundin in der Wohnung. Er fragt die Community, ob er bei den Nachbarn läuten und sie auf den Lärm ansprechen soll. Zwar werde es nach 22 Uhr ruhiger, tagsüber fühle er sich aber weiterhin beeinträchtigt. Er frage sich zudem, ob das Ausmaß des Lärms noch normal sei.
In seinem Beitrag erwähnt der Wiener auch, dass es sich um eine ukrainische Familie handle. Er habe deshalb die Sorge, dass seine Beschwerden nicht ernst genommen werden könnten. Diese Bemerkung stieß in den Kommentaren auf Kritik. Mehrere Nutzer fragten, welche Rolle die Herkunft der Nachbarn für die Lärmbeschwerde spielen solle. Ein Kommentator warf dem Verfasser vor, damit Vorurteile anzudeuten.
Andere stellten klar, dass Kinder unabhängig von ihrer Herkunft spielen, laufen und auch laut sein können. Ein Nutzer berichtete von ähnlichen Geräuschen in seinem Haus und schrieb, dass man das Toben von Kindern in Mehrparteienhäusern oft höre. Zugleich wurde die Belastung durch mehrere kleine Kinder in einer Wohnung angesprochen.
Einige Kommentatoren rieten dem Bewohner, zunächst das direkte Gespräch zu suchen. Ein Nutzer schrieb, er könne bei den Nachbarn läuten und die Situation freundlich schildern. Andere waren skeptischer und meinten, ein Gespräch werde vermutlich nichts ändern. Ein Kommentator empfahl, ein Lärmprotokoll zu führen und sich bei anhaltender Belastung an den Vermieter zu wenden.
Auch die rechtliche Situation wurde diskutiert. Ein Nutzer meinte, vor 22 Uhr könne man gegen Kinderlärm rechtlich nichts unternehmen. Andere widersprachen und hielten dagegen, dass dauerhafte Beschallung auch tagsüber eine Störung sein könne. Die Kommentare liefern allerdings keine verlässliche rechtliche Einordnung für den konkreten Fall.
Ein weiterer Vorschlag war, in eine Dachgeschoßwohnung zu ziehen, um sich künftig vor Trittschall von oben zu schützen. Andere verwiesen darauf, dass ein Umzug keine Garantie für ruhigere Nachbarn sei. Ein Kommentar schlug scherzhaft vor, dem Haushalt über ihm einen Teppichboden zu spendieren.
Für einen kurzen Moment schien es sogar, als hätte sich die Familie selbst zu Wort gemeldet: "Hallo, ich bin die Familie über dir. Komm einfach hoch und sprich mit uns! :)", schrieb ein Nutzer. Ob dahinter tatsächlich jemand aus dem Haushalt steckt, darf jedoch bezweifelt werden.
Die Antworten zeigen, wie unterschiedlich die Community die Situation bewertet: Während einige Verständnis für den gestörten Bewohner äußern, verweisen andere auf den Alltag mit kleinen Kindern und die Grenzen des Zusammenlebens in einem hellhörigen Altbau.