Finanzamt lehnt Raten ab

Sohn hilft kranken Eltern, hat nun 2.700 Euro Schulden

Nach einer schweren Erkrankung seines Vaters sprang ein junger Mann im Familienbetrieb ein. Nun soll er 2.700 Euro Steuern nachzahlen.
Digital  Heute
26.09.2026, 15:54
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Ein junger Mann wollte seinen Eltern helfen, als sein Vater schwer erkrankte. Nun ist der Familienbetrieb insolvent, der Sohn hat selbst Schulden – und das Finanzamt verlangt eine Steuernachzahlung, die er nach eigenen Angaben nicht aufbringen kann. In einem Beitrag im Reddit-Forum r/Finanzen schildert er seine Lage und fragt, welche Möglichkeiten ihm noch bleiben. Die Behörde habe eine beantragte Ratenzahlung bereits abgelehnt.

2025 erlitt sein Vater mehrere Schlaganfälle und einen Herzinfarkt. Weil dieser den Betrieb, den er gemeinsam mit seiner Frau führte, nicht mehr leiten konnte, sprang der Sohn ein. Er wurde dafür in einem sogenannten Midijob angemeldet und nach Steuerklasse VI abgerechnet. Gleichzeitig arbeitete er in seinem Hauptberuf mit Steuerklasse I und verdiente nach eigenen Angaben rund 40.000 Euro brutto im Jahr. Der Betrieb ging im Jänner 2026 insolvent.

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Aus 2.300 Euro wurden rund 2.700 Euro

Einige Monate später forderte das Finanzamt den Mann auf, eine Steuererklärung abzugeben. Laut seiner Berechnung sollte er rund 2.300 Euro nachzahlen. Inzwischen sei der Betrag durch einen Säumniszuschlag auf ungefähr 2.700 Euro gestiegen. Der Betroffene schreibt, er habe sofort mitgeteilt, dass er die Summe nicht begleichen könne. Das Finanzamt habe ihn aufgefordert, seine finanzielle Notlage nachzuweisen. Welche Unterlagen dafür nötig seien, sei ihm zunächst nicht klar gewesen.

Der Mann gibt an, bereits rund 8.000 Euro Schulden zu haben und in den vergangenen Monaten arbeitslos gewesen zu sein. Er habe keine Rücklagen mehr, weil sein Geld fast ausschließlich an seine Eltern gegangen sei. Mittlerweile habe er einen neuen Job, sei dort aber noch in der Probezeit. Er wohne zur Miete und besitze kein eigenes Auto. Einen Kredit halte er angesichts seiner finanziellen Lage für unwahrscheinlich.

Er habe dem Finanzamt seine Situation ausführlich per E-Mail geschildert und monatlich 200 Euro als Rate angeboten. Die Sachbearbeiterin habe den Vorschlag dennoch abgelehnt. Auf eine weitere telefonische Rückmeldung warte er noch.

Reddit rät zu persönlichem Termin und Nachweisen

Viele Kommentatoren empfehlen dem Mann, persönlich beim Finanzamt vorzusprechen und die eigene finanzielle Lage mit Unterlagen zu belegen. Genannt werden Kontoauszüge, eine Übersicht über Einnahmen und Ausgaben sowie Nachweise zu den bestehenden Schulden. Ein Nutzer rät, dabei eine realistische Rate anzubieten und klarzumachen, dass der Betroffene zahlen wolle, aber nicht auf einmal könne.

Der Verfasser reagiert auf diesen Vorschlag und schreibt, dass er versuchen werde, einen persönlichen Termin zu bekommen. Er habe bereits eine Zahlung von 200 Euro pro Monat angeboten, sei mit dem Vorschlag aber nicht durchgekommen. Andere Nutzer raten, bei einer erneuten Ablehnung eine schriftliche Begründung zu verlangen oder mit einer vorgesetzten Person zu sprechen.

Mehrere Kommentare verweisen außerdem auf eine mögliche Stundung. Nach deutschem Recht können Finanzbehörden Steuerforderungen ganz oder teilweise stunden, wenn die sofortige Einhebung eine erhebliche Härte bedeuten würde und die Forderung durch den Aufschub nicht gefährdet erscheint. Ein Anspruch auf eine Bewilligung ergibt sich daraus allerdings nicht automatisch: Die Voraussetzungen müssen im Einzelfall geprüft werden.

Diskussion über die Ursache der Nachzahlung

In den Kommentaren wird auch gefragt, wie es trotz der Abrechnung nach Steuerklasse VI zu einer Nachzahlung kommen konnte. Ein Nutzer erklärt, dass bei einem zweiten Job die Steuerbelastung aus dem Hauptberuf bei der laufenden Lohnsteuerberechnung nicht berücksichtigt werde. Dadurch könne es bei der späteren Veranlagung zu einer Nachzahlung kommen.

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Der Betroffene schreibt, er habe seine Steuererklärung mit der Software WISO erstellt und ChatGPT lediglich gefragt, ob die hohe Nachzahlung plausibel sei. Nach seiner Darstellung seien für den Midijob nur 963,62 Euro Lohnsteuer abgeführt worden. Ein Kommentator vermutet, dass die Lohnsteuerabrechnung des früheren Arbeitgebers geprüft werden sollte. Ob bei der Abrechnung tatsächlich ein Fehler passiert ist und wer dafür gegebenenfalls verantwortlich wäre, ist anhand des Reddit-Beitrags nicht festzustellen.

Auch die Insolvenz des Familienbetriebs macht die Sache für den Betroffenen schwer nachvollziehbar. In einem Kommentar wird darauf hingewiesen, dass bei einer Kommanditgesellschaft die steuerliche Behandlung davon abhängen kann, wie das Arbeitsverhältnis und die Lohnabrechnung ausgestaltet waren. Eine rechtliche Prüfung des konkreten Falls liegt im Thread nicht vor.

Betroffener will weitere Hilfe suchen

Neben dem Gang zum Finanzamt empfehlen Nutzer eine Schuldnerberatung oder eine Beratung durch einen Steuerrechtsexperten. Ein Kommentator nennt außerdem ein Pfändungsschutzkonto als mögliche Vorsorge, falls eine Kontopfändung droht. Diese Hinweise sind persönliche Ratschläge aus der Community und ersetzen keine individuelle rechtliche oder steuerliche Beratung.

Der Verfasser beschreibt sich als körperlich behindert und berichtet, dass ihm die Situation auch wegen seiner ADHS schwerfalle. Er fühle sich hilflos und habe Angst vor den möglichen Folgen der offenen Forderung. Einige Kommentatoren versuchen, ihn zu beruhigen und raten ihm, die Angelegenheit Schritt für Schritt zu klären. Ein Nutzer erklärt ausdrücklich, dass eine Steuerschuld allein nicht bedeute, dass der Betroffene ins Gefängnis müsse.

Wie das Finanzamt auf den angekündigten persönlichen Termin reagiert und ob eine Ratenzahlung oder Stundung doch noch möglich wird, ist im Beitrag nicht dokumentiert. Auch die Frage, ob die Steuerberechnung und die zugrunde liegenden Lohnabrechnungen korrekt sind, bleibt offen.

red,Akt. 26.09.2026, 15:56, 26.09.2026, 15:54