Die großen KI-Konzerne investieren offiziell Hunderte Milliarden Dollar in den Ausbau ihrer Infrastruktur. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Außerhalb ihrer Bücher türmen sich noch viel größere Verpflichtungen auf.
Laut einer Analyse summieren sich die versteckten Schulden von Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft, Oracle, Nvidia, Broadcom, SpaceX und AMD auf rund drei Billionen Dollar. Das ist mehr als fünfmal so viel wie ihre offiziellen Infrastrukturinvestments der letzten zwölf Monate.
Das meldet NTV unter Berufung auf das Wall Street Journal. Allein die Zusagen für künftige Mietverträge belaufen sich demnach auf gigantische 1,2 Billionen Dollar - viermal so hoch wie noch vor einem Jahr. Bei Alphabet allein sind 811 Milliarden Dollar an Verpflichtungen aufgelaufen.
Besonders brisant: Um das KI-Projekt von OpenAI zu ermöglichen, hat Nvidia eine Garantie von 105 Milliarden Dollar abgegeben. Falls OpenAI als Mieter ausfällt und die Anlage mit Abschlag verkauft werden muss, übernimmt der Chip-Gigant den Wertverlust.
Die Ratingagentur S&P warnte bereits im Juli: "Anleger werden zunehmend skeptischer angesichts der schnell wachsenden Verschuldung von Unternehmen, die bisher für stabile und verlässliche Cashflows bekannt waren."
Historisch gesehen sind wachsende Kreditlasten ein zuverlässiger Indikator für kommende Finanzkrisen. Auch beim großen Crash von 2008 waren Schattenschulden ein Auslöser - damals bei Hypotheken-Wertpapieren.
Morgan Stanley warnte bereits im April: "Da außerbilanzielle Verpflichtungen immer häufiger, größer und komplexer werden, fällt es Investoren zunehmend schwerer, die gesamte tatsächliche Verschuldung zu bewerten."