Trends in Österreich

KI verändert immer mehr auch das E-Mail-Postfach

Eine neue Studie zeigt: Künstliche Intelligenz wird im E-Mail-Postfach immer wichtiger. Besonders die junge Generation ist offen dafür.
Digital  Heute
23.07.2026, 16:34
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Wer glaubt, dass E-Mails für junge Menschen keine Rolle spielen, liegt daneben. Eine Studie zeigt, dass die 16- bis 29-Jährigen ihr Postfach häufiger nutzen als vor einem Jahr. Gleichzeitig wächst die Offenheit gegenüber Künstlicher Intelligenz (KI). Funktionen wie intelligenter Spam-Schutz, automatische Übersetzungen oder Hilfe beim Schreiben kommen bei vielen gut an. Für die "E-Mail-Marktstudie Österreich" befragte das Forschungsinstitut Reppublika im Auftrag von GMX 1.011 Internet-Nutzerinnen und -Nutzer zwischen 16 und 79 Jahren in Österreich.

Die Ergebnisse zeichnen das Bild eines Kommunikationsmittels, das trotz Messenger-Diensten und sozialen Netzwerken fest zum digitalen Alltag gehört. Vor allem die jüngste Altersgruppe steht neuen Funktionen offen gegenüber. 83 Prozent (%) der 16- bis 29-Jährigen bewerten KI im E-Mail-Postfach positiv. Über alle Altersgruppen hinweg liegt der Wert bei 71 %. Groß ist das Interesse an praktischen Funktionen. So wünschen sich 45 % eine KI-gestützte Erkennung von Spam- und Phishing-Nachrichten.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

28 % sprechen sich für Übersetzungshilfen im Postfach aus. Intelligente Antwortvorschläge finden 24 % sinnvoll, während sich 22 % eine automatische Sortierung eingehender Nachrichten wünschen. Nach Angaben von GMX stehen Nutzerinnen und Nutzern bereits verschiedene KI-Funktionen zur Verfügung. Dazu zählen Zusammenfassungen langer E-Mails, Unterstützung beim Formulieren und Übersetzen von Texten sowie die Suche nach Inhalten über natürliche Sprache, etwa nach Gutscheincodes, Lieferterminen oder Bordkarten.

Michael Hagenau, Geschäftsführer von GMX, erklärt dazu: "Mit generativer KI im GMX Postfach bieten wir konkrete Unterstützung im Alltag. Gleichzeitig behalten unsere Nutzerinnen und Nutzer die volle Kontrolle über ihre Daten – sie werden nicht an externe KI-Plattformen weitergegeben und nicht für Trainingszwecke genutzt. Damit schaffen wir eine KI-Lösung, die praktischen Nutzen mit europäischen Datenschutzstandards verbindet."

E-Mails wieder häufiger gelesen

Die Untersuchung zeigt auch, dass E-Mails intensiv genutzt werden. 89 % der Befragten lesen oder schreiben täglich E-Mails. Bei 66 % hat sich das Nutzungsverhalten gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Gleichzeitig gibt knapp ein Drittel der Befragten, nämlich 30 %, an, heute mehr E-Mails zu lesen als noch vor einem Jahr. Besonders deutlich fällt die Entwicklung bei jungen Erwachsenen aus. In der Altersgruppe zwischen 16 und 29 Jahren sagen 45 %, dass sie ihr E-Mail-Postfach häufiger abrufen als im Vorjahr.

Die steigende Nutzung hängt laut Studie mit der Kommunikation mit Behörden und Firmen zusammen. Für 26 % hat der Austausch mit Behörden an Bedeutung gewonnen. Die Kommunikation mit Unternehmen entlang des Kaufprozesses wurde für 21 % wichtiger. Auch private E-Mails an Freunde und Familie spielen für 19 % inzwischen eine größere Rolle. Bei den jungen Nutzerinnen und Nutzern fällt dieser Trend noch stärker aus. Dort gewinnt die Kommunikation mit Behörden für 35 % an Bedeutung.

Google landet knapp vor GMX

Der Austausch mit Ausbildungs- und Weiterbildungseinrichtungen wird von 33 % als wichtiger eingestuft. Auch private E-Mails legen in dieser Altersgruppe zu: 27 % messen ihnen eine größere Bedeutung bei. Die Studie liefert auch einen Blick auf den österreichischen Markt. Demnach nutzen 29 % der Befragten Google als wichtigste E-Mail-Adresse. GMX folgt mit einem Marktanteil von 26 % auf Platz zwei. Microsoft erreicht 14 %. Dahinter liegen A1 mit 7 %, Yahoo mit 5 %, Magenta mit 4 % sowie eigene Server oder eigene Domains mit 3 %.

Auf mail.com entfallen 2 %. Alle übrigen Anbieter kommen zusammen auf einen Marktanteil von 11 %. Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass E-Mails auch im Zeitalter von Messenger-Diensten nichts von ihrer Bedeutung verloren haben. Im Gegenteil: Vor allem bei jungen Menschen wächst die Nutzung wieder. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft, Künstliche Intelligenz im Postfach einzusetzen – vor allem dann, wenn sie alltägliche Aufgaben erleichtert oder beim Schutz vor Betrugsversuchen unterstützt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 23.07.2026, 16:34