Unternehmen weltweit stecken weiterhin Milliarden in Künstliche Intelligenz - auch wenn der Return on Investment oft unklar bleibt. Eine neue Studie des Beratungsunternehmens KPMG zeigt: Drei von vier Führungskräften werden KI-Investitionen trotz wirtschaftlicher Unsicherheit priorisieren.
Dabei klafft eine deutliche Lücke zwischen den Vorreitern und dem Rest. Laut dem "Global AI Pulse Survey" geben 82 Prozent der KI-Pioniere an, bereits einen signifikanten Geschäftsnutzen durch die Technologie zu erzielen. Bei den übrigen Unternehmen sind es nur 62 Prozent.
Wie computerwoche.de berichtet, sieht KPMG-Expertin Leanne Allen einen wichtigen Wandel: "Die Erkenntnis, dass KI eine langfristige Investition ist und als strategischer Wegbereiter für unternehmensweite Transformation dient, ist ein wichtiger Meilenstein."
Das Problem: Klassische Methoden zur Berechnung des ROI greifen bei KI oft nicht. "Traditionelle ROI-Berechnungen setzen eine klare Input-Output-Relation voraus. KI liefert diese in den meisten Unternehmen aber noch nicht", erklärt Ben Grant von Lambton Capital Partners.
Der Wert von KI liege derzeit in gewonnener Zeit, schnelleren Entscheidungen und frühzeitiger Problemerkennung - Faktoren, die sich kaum in einer Tabelle abbilden lassen.
Analyst Michael Leone von Moor Insights bringt es auf den Punkt: Vielleicht nur eines von zehn Unternehmen verfüge über die nötigen Fachkräfte und die operative Disziplin, um tatsächlich kumulierten Nutzen aus KI-Investitionen zu ziehen. "Alle anderen geben nur Geld aus und hoffen. Das ist die eigentliche Geschichte."
Der Druck, wettbewerbsfähig zu bleiben, treibt viele Firmen zu Investitionen - selbst wenn belastbare Renditezahlen fehlen. Die Frage sei nicht mehr, was KI bringt, sondern was passiert, wenn man als Einziger nicht dabei ist.