"Zu lange zugeschaut"

KI-Pornos außer Kontrolle – Grüne machen jetzt Druck

KI-Pornos sorgen für immer mehr Empörung – jetzt machen die Grünen in OÖ politisch Druck. Mit einem dringlichen Antrag fordern sie strengere Gesetze.
Oberösterreich Heute
16.04.2026, 04:00
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Der Fall Collien Fernandez sorgt für Wut, Debatten und laute Proteste. Für die Grünen ist klar: Hinter dem prominenten Fall steckt ein viel größeres Problem. Sexualisierte Deepfakes seien kein Randproblem, sondern eine immer größere Form digitaler Gewalt – und aus digitalem Missbrauch wird ganz reale Demütigung.

In Oberösterreich erhöht die Partei deswegen jetzt den Druck: Im kommenden Landtag bringen sie einen dringlichen Antrag ein, der auch von der SPÖ mitunterschrieben wurde. Die Forderung: klare Gesetze gegen die Herstellung und Verbreitung solcher Inhalte. Geprüft werden soll sogar ein eigener Straftatbestand.

Denn aktuell gibt es aus Sicht der Grünen einen massiven rechtlichen Graubereich. Bestehende Strafbestände seien für andere Delikte gemacht worden und würden diese neue Form des Missbrauchs nur unzureichend erfassen. Laut Bundeskriminalamt wurden 2024 in Österreich 104 Straftaten im Zusammenhang mit Deepfakes registriert.

Die grüne Sicherheitssprecherin Anne-Sophie Bauer spricht von einer neuen realen Bedrohung für Frauen im Alltag. Es gehe um ein Gefühl von "Ausgeliefertsein und Wehrlosigkeit", das viele Betroffene massiv belaste. Besonders wütend mache sie, "dass Apps und Plattformen sexuellen Missbrauch als Geschäftsmodel haben" und, "dass sich nicht nur viele Männer bei diesem Problem wegdrehen, sondern auch die Politik bisher viel zu lange zugeschaut hat".

"Ist brandgefährlich"

Bauer drängt deshalb auf neue Regeln im Strafrecht. Es brauche "klare Regelungen", die diesen neuen Tatbestand genau abbilden. Es brauche ein Gesetz, "das klar zum Ausdruck bringt, wie massiv das sexuelle Selbstbestimmungsrecht der Frauen verletzt wird".

Für die Grünen ist aber auch klar: Es geht nicht nur um die Täter, sondern auch um die Plattformen dahinter. Anbieter wie ChatGPT oder Grok müssten verpflichtet werden, die Erstellung von Nacktbildern realer Personen zu unterbinden. Wie groß das Problem bereits sei, zeige Grok: Dort seien binnen elf Tagen drei Millionen sexualisierte Bilder erstellt worden, darunter laut Schätzungen rund 23.000 Bilder von Kindern.

Für Bauer ist klar: "Was sich hier entwickelt hat, ist brandgefährlich." Es müsse jetzt rasch eingegriffen werden, um vor allem Frauen und Kinder zu schützen und diesen Missbrauch zu stoppen. Ihre Botschaft ist klar: "Sexualisierte Deepfakes sind kein Spaß und kein Geschäft, sondern eine schwere Straftat."

{title && {title} } red, {title && {title} } 16.04.2026, 04:00
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