So mancher Autofahrer schaute zweimal hin: Am Dienstagmittag, kurz nach der Preisumstellung, zeigt sich an der Donaulände in Linz ein kurioses aber oft schon gewohntes Bild. Zwei Tankstellen, nur wenige hundert Meter voneinander entfernt – und beide verlangen für Diesel und Super auf den Cent genau denselben Preis. Zufall?

Wie "Heute" von Branchenkennern erfahren hat, beobachten Tankstellenbetreiber ganz genau, was die Konkurrenz in der unmittelbaren Umgebung macht. Wird beim Nachbarn der Preis angehoben oder gesenkt, zieht man oft rasch nach. Das Ergebnis: identische Preise, obwohl eigentlich Wettbewerb herrschen sollte.
Für dich als Autofahrer ist das natürlich bitter. Denn echter Konkurrenzkampf – also der Versuch, bewusst günstiger zu sein als der andere – bleibt dabei oft auf der Strecke. Stattdessen pendeln sich die Preise auf gleichem Niveau ein.
Dieses Verhalten ist übrigens legal. Solange sich die Betreiber nur an öffentlich sichtbaren Preisen orientieren und keine Absprachen treffen, ist das sogenannte "Beobachten" erlaubt.
Dazu kommt eine gesetzliche Besonderheit: Laut Spritpreisverordnung dürfen Tankstellen ihre Preise zwar jederzeit senken, erhöhen aber nur einmal täglich – und zwar rund um 12 Uhr. In der Praxis bedeutet das: Punkt Mittag starten die Umstellungen, die je nach Technik ein paar Minuten dauern können. Eine sekundengenaue Anpassung bei allen Stationen ist also gar nicht möglich, auch wenn es oft so wirkt.
Gerade rund um diese Mittagszeit kommt es deshalb immer wieder zu auffälligen Preisgleichheiten – besonders dort, wo mehrere Tankstellen dicht nebeneinander liegen.