Die Vereinigten Staaten liegen im weltweiten Wettlauf um Künstliche Intelligenz deutlich an der Spitze. Das zeigt eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft KPMG in Zusammenarbeit mit Oxford Economics. Europa folgt auf dem zweiten Platz, knapp vor China.
Der Vorsprung der Amerikaner beruht vor allem auf dem schnellen und breiten Einsatz von KI in der Wirtschaft. "Liquide Kapitalmärkte und der breite Zugang zu Rechenkapazitäten ermöglichen es Unternehmen, KI-Anwendungsfälle schneller aus der Experimentierphase in den operativen Betrieb zu überführen", heißt es in der Studie.
Wie Focus.de berichtet, verfügt Europa zwar über eine starke industrielle Basis und Kompetenzen bei der Regulierung. Doch die Einführung von KI in Unternehmen verlaufe deutlich langsamer. Viele Anwendungen stecken demnach noch im Pilotstadium fest.
"Hohe Energiepreise, begrenzt verfügbare Rechenleistung sowie fragmentierte Kapitalmärkte erschweren die KI-Skalierung", so die Studienautoren. Auch Österreich, Deutschland und die Schweiz landen laut der Untersuchung nur im europäischen Mittelfeld.
Auch China verfügt laut der Studie über ausgeprägte industrielle Stärken und eine hohe Patentaktivität. Dennoch komme KI bislang nur begrenzt in der Wirtschaft zum Einsatz. Eine geringe internationale Vernetzung bremse die Entwicklung zusätzlich.
Damit Europa aufholen kann, empfiehlt KPMG unter anderem den Aufbau einer europäischen Rechenkapazitätsreserve für Start-ups, schnellere Förderverfahren und die Mobilisierung von Wachstumskapital. Zusätzlich brauche es gezielte Programme für KI im Mittelstand und mehr Fachkräfte.
Für die Studie wurden weltweit über 900 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Technologie und Politik befragt. Die Ergebnisse machen deutlich: Ohne rasche Reformen droht Europa im globalen KI-Wettbewerb weiter zurückzufallen.