Die Zahlen sind gewaltig: Laut einem aktuellen Bericht des UN-Instituts haben Rechenzentren bis 2025 weltweit rund 4,5 Billionen Liter Wasser verbraucht. Das entspricht dem Jahresbedarf von mehr als 600 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika.
Bis 2030 könnte diese Menge auf bis zu 9,3 Billionen Liter anwachsen - das wäre laut den Studienautoren "dem jährlichen Bedarf der 1,3 Milliarden Menschen in Subsahara-Afrika" gleichzusetzen.
Wie focus.de berichtet, warnt Kaveh Madani, Direktor des UN-Instituts und Autor der Studie: "In der öffentlichen Debatte wird KI nach wie vor oft als Software betrachtet, doch KI umfasst auch physische Infrastruktur: Rechenzentren, Stromerzeugung, Kühlsysteme, Übertragungsnetze, Chips, Mineralien, Land und Wasser."
Rechenzentren erzeugen enorme Mengen an Abwärme. Um die Server zu kühlen, setzen viele Betreiber auf sogenannte Nasskühltürme - Systeme, die Wasser verdampfen lassen. Dieses Wasser verdunstet dabei in die Atmosphäre.
Der Wasserbedarf hängt stark davon ab, woher der Strom stammt. Wasserkraft etwa erscheint klimafreundlich, bindet durch Stauseen und Verdunstung aber erhebliche Wassermengen.
"Am meisten überrascht hat uns, wie oft die Optionen, die aus Sicht der Kohlenstoffemissionen am umweltfreundlichsten erscheinen, sich am Ende als die schädlichsten für Wasser oder Boden erweisen", erklärt Mitautorin Dr. Miriam Aczel.
Mehrere Wissenschaftler kritisieren allerdings, dass der Bericht nicht zwischen Wasserverbrauch und Wassergebrauch unterscheide. Professor Thorsten Wagener von der Universität Potsdam hält die Vergleiche mit Afrika für wenig aussagekräftig: "Viel interessanter wäre ein Vergleich mit anderen industriellen Wassernutzern in der Region des jeweiligen Rechenzentrums."