Künstliche Intelligenz braucht unglaublich viel Energie. Google, Meta, Amazon und Co. suchen daher nach neuen Lösungen - vom Ausbau der Atomkraft bis hin zu Solarkraft aus dem Weltraum. Jetzt kommt ein weiterer Ansatz: Rechenzentren mitten im Ozean.
Das Start-up Panthalassa aus Portland hat dafür ein spektakuläres Konzept entwickelt: Eine schwimmende Stahlkugel mit 50 Metern Durchmesser, die über ein 60 bis 85 Meter langes Rohr mit dem Meeresboden verbunden ist.
Wie forschung-und-wissen.de berichtet, nutzt das System die Wellenbewegung, um Strom zu erzeugen. Das Meerwasser wird durch das Rohr in ein Druckreservoir gedrückt, wo es mit hohem Druck Turbinen antreibt. Der so erzeugte CO2-neutrale Strom versorgt die KI-Server im Inneren der Kugel.
Ein weiterer Vorteil: die Kühlung durch das Meerwasser. "Rechenleistung auf dem Meer könnte einen enormen Kühlvorteil bieten, da die Umgebungstemperatur so niedrig ist", erklärt Benjamin Lee von der University of Pennsylvania.
Damit könnte das System gleich zwei große Probleme herkömmlicher Rechenzentren lösen: den enormen Stromverbrauch und die aufwendige Kühlung.
Panthalassa plant den kommerziellen Betrieb bereits für 2027. In Zukunft sollen Tausende dieser Kugeln in den Weltmeeren installiert werden und dort mehr als zehn Jahre wartungsfrei laufen. Das Start-up hat kürzlich 140 Millionen Dollar in einer Serie-B-Finanzierungsrunde eingesammelt.
Eine Herausforderung bleibt aber: Die geplante Satellitenverbindung könnte bei großen Datenmengen an ihre Grenzen stoßen.