Kickl nennt "Frohbotschaften" in Corona-Causa

Herbert Kickl im diesjährigen Sommergespräch bei Puls24
Herbert Kickl im diesjährigen Sommergespräch bei Puls24Screenshot Puls24
Am Montag machte Herbert Kickl den Auftakt zu den Puls24-Sommergesprächen. Dabei kritisierte er u.a. die Klima- und die Coronapolitik Österreichs. 

Am Montag machte Neo-FPÖ-Chef Herbert Kickl den Anfang der diesjährigen Sommergespräche bei Puls24. In dem vorab aufgezeichneten Gespräch stand der Bundesparteivorsitzende und Klubobmann Manuela Raidl auf der Hohen Wand Rede und Antwort. Die Location suchte sich Kickl aus, weil er sie oft besucht, vor allem dann, wenn er "Abstand von der Politik" gewinnen wolle. "Für mich ist das ein Ort zum Kraft tanken und zum Erholen". Man könne auch aber Herausforderungen etwa beim Klettern suchen. 

Für Kickl war der Auftritt das erste Sommergespräch, bei dem traditioneller Weise die jeweiligen Parteichefs zu Wort kommen. Gleich zu Beginn überraschte Kickl mit der Aussage, dass der zeitliche Arbeitsaufwand nicht so groß sei, wie er von einigen Mitbewerbern dargestellt werde. Einige würden "48 Stunden von 24 arbeiten", wirft er diesen vor "etwas dick aufzutragen". Die Zeit als Innenminister sei sehr prägend gewesen, dort habe er im "Stand-by-Modus" gearbeitet, nie gewusst "wann das nächste Telefonat oder die nächste Entscheidung" anstehen wird. Während eines Spaziergangs erfährt der Zuseher, dass Kickl kein Problem damit hätte, wenn sein Sohn sich bei den Grünen engagieren würde und er stets ein Holzkreuz bei sich trägt. Damit gebe es am Flughafen etwa keinerlei Probleme, streicht er die Vorteile des Materials hervor. 

Kein Problem mit Küssel bei Demo

Zum politischen Gespräch wechseln die beiden Akteure dann in die Wilhelm-Eicherthütte. Die erste Frage Raidls betrifft die oft markigen Sprüche von Kickl. Dieser erklärt, dass er sich vor einem Auftritt sehr gut überlege, was er sage. "Ich habe das Maß noch nie überschritten", ist er überzeugt. Es sei Teil der freiheitlichen Polit-Arbeit sich nicht vorschreiben zu lassen, was gesagt werden dürfe und was nicht. 

Erstmals hitzig wird es bei einer Frage zu den Corona-Demonstrationen, an denen auch Kickl teilgenommen hat. Raidl möchte wissen, ob es Kickl lieber wäre, wenn Rechtsextreme wie die "Identitären" oder Gottfried Küssel, dieser wurde in der Vergangenheit bereits rechtskräftig wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verurteilt, nicht an Corona-Demos teilnehmen würden. Das stehe ihm nicht zu beantworten. Solange die genannten Personen, von denen Kickl nicht bestätigen will, dass es sich bei ihnen um Rechtsextreme handelt, auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit agieren, könne man sie nicht ausschließen. 

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Klimaschutz "überambitioniert"

Angesichts der Unwetter wird auch das Thema Klimaschutz behandelt. Kickl schwächt ab, es gehe in erster Linie um einen Natur- bzw. Umweltschutz. Das ergebe dann auch eine Komponente im Zusammenhang mit dem Klima. Ähnlich wie beim Themenkomplex Corona stellt der FPÖ-Chef aber die Frage der Verhältnismäßigkeit. Das Regierungsprogramm etwa sei ehrgeizig. Man müsse sich aber die Frage stellen, wie groß der Anteil Österreichs auf den globalen CO2-Ausstoß sei. "Ich glaube, dass man hier das Maß verloren hat", viele Dinge seien dann "überambitioniert". 

Denn die Frage klimaneutral zu produzieren sei wichtig. Die Frage der E-Mobilität dürfe aber nicht zur sozialen Frage werden, wo sich nur Reiche zurechtzufinden und viele "übrig bleiben", so Kickl. Und auch die Frage der Versorgungssicherheit bei der Umstellung auf erneuerbare Energie sei wichtig, er habe sie aber noch beantwortet bekommen. Außerdem prophezeit er "grüne Initiativen", sollte Österreich auf Windkraft setzen. Das würde mindestens 2.500 neue Windräder bedeuten. Die Bevölkerung würde sagen: "Ja, gerne, aber bitte wo anders". 

Corona als hitziges Thema

Wirklich emotional wird es dann beim Thema Corona. "Wir machen in Österreich den großen Fehler, dass man sich mit den paar Haus- und Hofvirologen ständig beschäftigt, die im Sold der Regierung stehen und natürlich das zum Besten geben, was halt ins Konzept von Kurz und Co. passt", entfährt es Kickl. Es gebe eine Reihe von frohen Botschaften, die man der Bevölkerung mitteilen solle. 

Dabei gehe es um Botschaften von international anerkannten Experten, "die mehr auf dem Kasten haben, als die Virologen, die bei uns ein und ausgehen". Dazu gehöre etwa die Information, "dass von Kindern de facto keine Ansteckungsgefahr ausgeht". Er verstehe nicht, wie man vor diesem Hintergrund auf die Idee kommen kann, die jungen Leute zu impfen. Für den Großteil der Menschen sei Corona kaum gefährlich, weil die Krankheit mit einem milden Verlauf einherginge. Die nächste frohe Botschaft sei, dass Genesene obendrein "stabil immun" seien und zwar "weit über die sechs Monate hinaus", bei denen das "Genesenen-G" gelte. 

Wordrap

Zum Abschluss der Sendung kommt es dann zum Wordrap. 

► Wäre ich nicht Politiker, wäre ich...? – Sportler
► Mein Lieblingskollege aus einer anderen Partei ist...? – "August Wöginger, den hab ich ganz gern, denn der sorgt immer für Unterhaltung"
► Das habe ich mir gedacht, als ich von Norbert Hofers Rücktritt erfahren habe. – "Das ist ein überraschender Zeitpunkt."
► Diese Meinung würde ich in meinem Freundeskreis nicht dulden. – "Dass die Freiheitlichen Rechtsextreme sind".
► Ein Fehler, den ich bereue: – "Vielleicht war ich zu vertrauenswürdig mit er einen oder anderen Führungskraft im Innenministerium."
► Ein Ratschlag an mein 14-jähriges Ich.  – "Ich gebe keine Ratschläge, denn auch Ratschläge sind Schläge".
► An Pferden fasziniert mich am meisten das. – "Eigentlich gar nichts, sondern ich habe hier ein Projekt geerbt, das andere verhandelt haben und das mir mit in meine Kiste hineingelegt wurde für das Innenministerium.
► Das will ich Sebastian Kurz von Vater zu werdendem Vater mit auf den Weg geben: – "Ich hoffe, dass die Vaterschaft die Perspektive ändert und nicht mehr er das Wichtigste auf der Welt ist, sondern dann das Kind"
► Musikwunsch zum Abschluss: – Metallica - Whiskey in the Jar

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