Dramatische Bilder aus der ukrainischen Hauptstadt: Flammen zungelten aus dem Dach der vergoldeten Kuppeln der Maria-Entschlafens-Kathedrale. Das berühmte Hohlenkloster am Fluss Dnipro gehört seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe und hat seine Ursprünge im 11. Jahrhundert.
Das Feuer konnte am Vormittag gelöscht werden. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem der "größten russischen Verbrechen gegen die christliche Kultur".
Wie NTV berichtet, setzten die russischen Angreifer 70 Raketen und 611 Drohnen ein. Allein in Kiew gab es laut Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens 23 Verletzte und vier Todesopfer. Rund 30 Fahrzeuge gingen in Flammen auf.
Gute Nachrichten gibt es trotz der verheerenden Schäden: Die alten Ikonen und Heiligtümer des orthodoxen Christentums konnten gerettet werden. Metropolit Awraamij bestätigte, dass eine rasche Rettung liturgischer Gegenstände und der Reliquien organisiert wurde.
Russland wies die Verantwortung für den Beschuss zurück. Das Verteidigungsministerium in Moskau behauptete, eine US-Luftabwehrrakete vom Typ Patriot sei in dem Kloster eingeschlagen.
Die russischen Streitkräfte planten keine Angriffe auf zivile Infrastruktur, hieß es - obwohl Russland regelmäßig genau das tut.
Auch aus anderen ukrainischen Regionen wurde heftiger Beschuss gemeldet. In Charkiw wurden fünf Rettungskräfte bei den Angriffen getötet. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Vollinvasion und wird praktisch täglich aus der Luft attackiert.