Darum nahm Kim ein Klo mit in den Süden

Zum ersten Mal seit dem Koreakrieg hat ein Mitgleider der Kim-Familie südkoreanischen Boden betreten. Was der Diktator dabei mitnahm.

Am 27. April 2018 hat Nordkoreas Diktator Kim Jong-un die Demarkationslinie zwischen seinem Land und dem verfeindeten Süden überschritten und mit Südkoreas Präsident Moon Jae-in am Verhandlungstisch Platz genommen. Wie nahezu alle Nachrichten, die in den letzten Jahren aus dem Norden der Halbinsel gedrungen sind, entbehrt auch das aktuelle Treffen nicht einigen skurrilen Details.

Großes und kleines Staatsgeheimnis

So brachte die Delegation des Diktators laut Medienberichten unter anderem eine eigene Toilette in den Süden. Der Grund: Die Ausscheidungen des als Gott verehrten Kims gelten als Staatsgeheimnis und sollen nicht in falsche Hände fallen – schließlich könne man damit Informationen über seine Gesundheit gewinnen.

Kim Jong-un reist demnach nie ohne seine eigene, mobile Toilette – auch innerhalb Nordkoreas. Eine Version soll in verschiedene Fahrzeuge und seinen persönlichen Zug eingebaut sein, mit denen Kim regelmäßig verschiedene Betriebe im Landesinneren besucht.

"Wenn der Führer morgens nicht wie gewohnt die Toilette aufsucht, dann ist ein zusätzliches Sicherheitsprotokoll notwendig", zitierte das Medium DailyNK einen Insider. "Es ist undenkbar, dass er eine öffentliche Toilette benutzt."

Kim verspricht "neue Ära"

Die südkoreanische Ehrengarde empfing den Gast aus dem Norden in historischen Uniformen mit traditioneller Musik. Vorgesehen war zudem eine symbolträchtige Zeremonie, in der Moon und Kim im Grenzort Panmunjom gemeinsam einen Baum pflanzen sollten. Nach Abschluss der Gespräche war eine gemeinsame Erklärung geplant.

"Jetzt beginnt eine neue Ära", schrieb Kim in einem Gästebucheintrag: "ein Zeitalter des Friedens". Dazu sagte er: "Wir können eine bedeutende Vereinbarung erreichen, aber wichtig ist, dass sie umgesetzt wird. Wenn nicht, werden wir unser Volk enttäuschen." Der Machthaber erwartet "freimütige Diskussionen" und hofft auf "gute Ergebnisse".

Es handelt sich um das erste koreanische Gipfeltreffen seit zehn Jahren. Außerdem ist es das erste Mal seit dem Ende des Korea-Kriegs vor 65 Jahren, dass ein nordkoreanischer Machthaber den Süden betritt.

Gespräche um Denuklearisierung

Nach Angaben Südkoreas sollen sich die Gespräche um eine Denuklearisierung und die Sicherung eines dauerhaften Friedens drehen. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete vor dem Treffen, Kim werde alle Themen besprechen, die zur Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen sowie zu Frieden, Wohlstand und der Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel beitragen. Das US-Präsidialamt äußert die Hoffnung, dass die Begegnung Fortschritte in Richtung Frieden und Wohlstand für die gesamte Halbinsel erzielen werde.

Für Ende Mai oder Anfang Juni ist auch ein Treffen Kims mit US-Präsident Donald Trump im Gespräch. Die USA, der wichtigste Verbündete von Südkorea, wollen insbesondere eine Abkehr Nordkoreas von den Atomwaffen erreichen. (red)

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