Kitz-Sieger Reichelt ärgert sich über leere Tribüne

Bild: GEPA pictures
Hannes Reichelt bezeichnet seinen Streif-Sieg als einen "der größten Momente seiner Karriere". Dennoch gab es nicht nur Grund zur Freude beim Radstädter. Der Rücken und das fehlende Publikum bei der Siegerehrung drückten ein wenig die Stimmung.
als einen "der größten Momente seiner Karriere". Dennoch gab es nicht nur Grund zur Freude beim Radstädter. Der Rücken und das fehlende Publikum bei der Siegerehrung drückten ein wenig die Stimmung.

Seit Monaten plagt sich Reichelt mit einer Rückenverletzung die Pisten hinunter. Spezialbehandlungen machten seinen Start in Kitzbühel erst möglich. "Ich bin definitiv gestern schlimmer aufgestanden als heute und habe schon gewusst, dass es nicht schlecht aussieht", berichtete der 33-Jährige nach dem Rennen der APA. Die Entscheidung, überhaupt an den Start zu gehen, fiel erst beim Einfahren. 

Mitleid will der Salzburger aber nicht einheimsen. "Wie weh es tut, das braucht keiner zu wissen. Das mit dem Rücken ist keine Show. Ich hoffe, das wissen auch meine Konkurrenten. Ich möchte keine Show machen, deshalb sage ich: wenn ich am Start bin, bin ich fit und bereit", schloss der siebenfache Weltcup-Sieger das Thema ab, um aufs Sportliche zu kommen.

Reichelt: "Vor Svindal war ich nicht so oft"

Den Lauf von Bode Miller, der sich nach der überragenden Fahrt im Training mit Platz drei begnügen musste, beobachtete Reichelt ganz genau. "Die Fahrt von Aksel (Svindal/Anm.) habe ich nicht gesehen, aber die von Bode und seinen Fehler. Da habe ich mir gedacht, okay, du brauchst heute eine nahezu fehlerfreie Fahrt. Den Schnitzer darfst du dir nicht leisten. Deshalb war die Abfahrt total schwierig. Nur weil wir nicht über die Traverse gefahren sind, macht es das nicht leichter."

Mit seiner Leistung und damit, dass er Aksel Lund Svindal auf den zweiten Platz verweisen konnte, ist der 33-Jährige sehr zufrieden. "Das Skifahren war genial. Die anderen zwei haben Superleistungen gebracht. Und dann vor ihnen sein, das war echt ein cooles Skifahren heute. Ich bin so glücklich, dass ich den inneren Schweinehund besiegt habe. Vor Svindal war ich nicht so oft, das macht mich natürlich schon sehr glücklich", freute sich Reichelt.

Ärger über VIP-Gäste

Seine Emotionen, als er im Ziel auf die Videowall blickte? "Es ist traumhaft, wenn du mit der 22 runterkommst und die Topgruppe beendest und es leuchtet der Einser auf. Das ist die halbe Miete, aber die anderen darf man nie unterschätzen." Weniger Freude hatte er nach dem Rennen: "Ganz ehrlich hätte ich mir bei der Flower Zeremonie gewünscht, dass auf der Tribüne mehr Leute sind. Aber es gibt ein gutes VIP-Zelt. Es stört dich einfach, wenn du da oben stehst, dass da die Tribüne leer ist. Das wäre mein Wunsch für die Zukunft, dass das nicht mehr der Fall ist."

Aber es überwiegt natürlich die Freude, einen der großen Klassiker gewonnen zu haben. "Im Moment kann ich es nicht glauben. Für einen Österreicher ist Kitzbühel zu gewinnen ein Traum. Das ist einfach nur schön. Bei der Flower Zeremonie hatte ich Tränen in den Augen. Es ist einer der größten Momente meiner Karriere. Und ein Traum aus Kindheitstagen. Der ist wahrgeworden. Jeder Abfahrer will die Streif gewinnen, nun bin ich einer von ihnen. Wenn du als Österreicher hier gewinnst, bist du eine Legende."
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