Präsident packt aus

Klagenfurt vor Insolvenz? "Alles eine richtige Hetze"

Austria Klagenfurt versinkt im Chaos: Ermittlungen, Geldsorgen und Spielerverluste setzen den Klub unter Druck. Präsident Robert Micheu reagiert.
Sport Heute
12.01.2026, 15:49
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Austria Klagenfurt steckt weiter tief in der Krise. Zu massiven finanziellen Problemen, drohenden weiteren Spielerverlusten und dem verschobenen Trainingsstart kommen nun auch strafrechtliche Ermittlungen hinzu. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt bestätigte Untersuchungen gegen einen Verantwortlichen des Vereins sowie einen Verwandten.

Laut Sprecher Markus Kitz laufen diese bereits seit mehreren Monaten und wurden durch mehrere anonyme Anzeigen ausgelöst. Geprüft werden unter anderem der Verdacht der Untreue sowie mögliche Delikte wie Betrug, betrügerische Krida und der nicht rechtmäßige Einsatz von Sponsorengeldern. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Sorge um den Nachwuchs

In dieser angespannten Lage meldet sich Austria-Präsident Robert Micheu zu Wort. Im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung" betont er, dass die Diskussionen oft zu kurz greifen. "Man vergisst, dass es hier wirklich um den ganzen Verein geht und nicht nur um die Kampfmannschaft. Es geht um sehr viele Kinder, Jugendliche, Damen und Mitarbeiter."

Die öffentliche Debatte empfindet der Kärntner als zunehmende Belastung. "Für mich ist das alles schon eine richtige Hetze. Man hat das Gefühl, dass man Leute schnell vertreiben will. Vielen ist, glaube ich, gar nicht bewusst, was auf dem Spiel steht." Micheu spricht von einer schwierigen Phase. "Es ist eine schwere Zeit für alle. Es geht alles langsam in die total falsche Richtung. Und es ist definitiv in der heutigen Zeit nicht leicht, Geld aufzustellen."

Die Auswirkungen spürt auch das Vereinsumfeld. Vor allem Eltern und Nachwuchsspieler seien verunsichert. "Manche sind nervös, andere ängstlich. Ich kann die Eltern und Kinder verstehen. Ich kann nur versuchen, sie zu beruhigen." Sein Ziel bleibe dennoch klar. "Mein Ansporn ist es, das Ruder wieder herumzureißen."

Klagenfurt gehen die Spieler aus

Sportlich ist die Lage schon längst kritisch. Mit Marco Gantschnig, Michael Lang und Marcel Krnjic sind drei Profis wegen ausstehender Zahlungen bereits aus ihren Verträgen ausgestiegen. Weitere Spieler haben Fristen gesetzt. Der Trainingsstart wurde auf den 19. Jänner verschoben.

Cheftrainer Rolf Landerl zeigt gegenüber der "Krone" Verständnis für die Situation. "Jeder Profi hat das Recht, aus dem Kontrakt auszusteigen. Ich verstehe den Unmut und die Unzufriedenheit." Die Belastung treffe auch das Trainerteam. "Es geht uns Trainern nicht anders. Aber wir wollen sportlich dennoch das Bestmögliche daraus machen."

Sollte sich die Personalsituation weiter zuspitzen, setzt Micheu auf den Nachwuchs. "Sonst kommen die Jungen zum Zug. Das war ja schließlich vor der Saison die Intention, auf unseren eigenen Nachwuchs zu setzen."

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