Es ist eine Entscheidung, die viele Familien kalt erwischt: Das Land Salzburg sperrt das Tagesheim für Kleinkinder in der Kleßheimer Allee zu. Betroffen sind 32 Kinder im Alter von eineinhalb Jahren bis zum Schuleintritt. Mit 30. August 2027 ist Schluss.
Die Eltern wurden laut der Salzburger Nachrichten am Mittwochabend bei einem Elternabend über das Aus informiert. In einem Schreiben heißt es: "Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, allerdings gibt es unterschiedliche Faktoren, die im Zuge der Konzeption des Neubaus und der langfristigen Ausrichtung des Sozialpädagogischen Zentrums aufgekommen sind."
Zuständig für das Sozialpädagogische Zentrum ist ÖVP-Landesrätin Daniela Gutschi. Sie begründet den Schritt klar: "Wir müssen schließen, da wir endlich neu bauen können." Das Führen einer Kinderbetreuungseinrichtung sei nicht Aufgabe des Landes beziehungsweise Aufgabe des Gesundheitsressorts. "Das ist Aufgabe der Kommunen."
Geplant ist ein umfassender Ausbau des Zentrums, dieser solle Kindern mit Beeinträchtigungen dienen. Rund 60 Millionen Euro investiert das Land. "Neben dem Sozialpädagogischen Zentrum ist eine Primärversorgung für Kinder geplant und die örtliche Integrierung des Ambulatoriums 'Am Ball' (psychiatrische Versorgung für Kinder und Jugendliche)." Von der Schließung umfasst sei "nur der Kindergarten". Das Mutter-Kind-Heim bleibe bestehen.
Kritik kommt von AK-Präsident und designiertem SPÖ-Landeschef Peter Eder. "Das ist jetzt der nächste Schlag." Er verweist auf "die zu spät erhöhten Fördermittel" für das TEZ (Zentrum für Tageseltern Salzburg). "Jetzt im eigenen Wirkungsbereich des Landes eine Einrichtung zu schließen, ist unverständlich." Zwar sei das Bauprojekt lobenswert, es dürfe aber nicht auf Kosten von Betreuungsplätzen gehen. "Im Rahmen der Planungen hätte auch schon darüber nachgedacht werden müssen, wo es einen alternativen Standort für die Kinderbetreuung gibt." Vor allem gegenüber den Eltern sei das Vorgehen des Landes unverantwortlich.