Wien

Klima-Kleber beziehen Geheim-Gehalt aus dem Ausland

Jene Klima-Aktivisten, die sich in Wien regelmäßig im Frühverkehr an die Straße kleben, machen das offenbar nicht ganz umsonst.

Leo Stempfl
Die Klima-Aktivisten werden aus dem "Climate Emergency Fund" fianziert.
Die Klima-Aktivisten werden aus dem "Climate Emergency Fund" fianziert.
Leserreporter

Beinahe wöchentlich sorgen die Klima-Aktivisten der "Letzten Generation" derzeit für jede Menge Ärger. Dabei bedienen sie sich mittlerweile auch in Österreicher einer Methode, die erst in England, später auch in Deutschland populär wurde und mittlerweile in rund zehn Ländern angewendet wird: dem Festkleben auf Fahrbahnen.

Nach Wien hat es dabei diese Woche erstmals auch Graz getroffen. Bis weitere Landeshauptstädte folgen, dürfte es nur mehr eine Frage der Zeit sein. Das Vorgehen ist dabei immer dasselbe, wie nun ein Bericht des "Profil" enthüllt. Das Magazin durfte die Aktivisten im Vorfeld einiger ihrer Aktionen begleiten.

Hupkonzerte

Die Aktionen werden mittels Signal-Gruppe organisiert und Treffen vereinbart. Google Street View hilft dabei, die Rollen der Teilnehmer zu definieren, es werden Banner und Flyer zugeteilt. Erst im letzten Moment, wenn die Klima-Aktivisten bereits auf der Straße stehen, werden die Warnwesten übergezogen und die Transparente ausgepackt.

Auch die Reaktion der entnervten Autofahrer ist immer die gleiche: Zu Beschimpfungen der Demonstranten kommen die Erklärungen der Lenker, dass man zur Arbeit unterwegs sei - begleitet werden die Szenen von einem Hupkonzert. Noch bevor die Polizei eintrifft, folgt das Festkleben an der Fahrbahn. Ein Vorgehen, das allerdings auch innerhalb der Szene nicht unumstritten ist: es würden Menschen "ohne Entscheidungsmacht" getroffen, halten ihnen Gleichgesinnte vor.

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    Am Opernring blockieren Klima-Aktivisten die Fahrbahn.
    Am Opernring blockieren Klima-Aktivisten die Fahrbahn.
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    Climate Emergency Fund

    Die mitgebrachten Flyer dürften daher wohl kaum einen der Autofahrer überzeugen. Doch wer zahlt diese ganzen Materialien überhaupt? Auch dazu gibt es im "Profil" eine Antwort. Die 52-jährige Caroline Thurner ist eine der führenden Köpfe der in Österreich noch kleinen Bewegung und gibt einen ungewohnt tiefen Einblick.

    Demnach finanzieren sie Plakate, Flyer, Banner und den Superkleber durch den sogenannten "Climate Emergency Fund". In diesen Fonds würden reiche Leute einzahlen, die "ein schlechtes Gewissen haben", so Thurner. Wer genau, das wisse sie nicht. Doch über eine Kontaktadresse in Deutschland werde auch sie bald ein freiberufliches, versteuertes Nebeneinkommen über 20 Wochenstunden beziehen. Beruf: Aktivismus.

    Video: So reagieren die Wiener auf die Klima-Aktivisten

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