Klimaschutz

Klimakrise – Die Arktis erwärmte sich viermal schneller

Die Arktis gilt als Hotspot des Klimawandels. Der rasante Eisverlust könnte einen Anstieg der Meeresspiegel um rund sechs Meter zur Folge haben.

Lydia Matzka-Saboi
Einer aktuellen Studie zufolge stiegen die Temperaturen in der nördlichen Polarregion in den vergangenen Jahrzehnten noch rasanter als angenommen – mit verheerenden Folgen.
Einer aktuellen Studie zufolge stiegen die Temperaturen in der nördlichen Polarregion in den vergangenen Jahrzehnten noch rasanter als angenommen – mit verheerenden Folgen.
(Bild: picturedesk.com)

Nirgendwo auf dem Planeten schreitet der Klimawandel so rasant voran wie in der Arktis. Die nördliche Polarregion erwärmt sich viel schneller als der Rest der Welt, wie nicht zuletzt der seit Jahrzehnten dokumentierte Rückgang der arktischen Eismassen verdeutlicht. Einer aktuellen Studie zufolge wurde das Ausmaß der Erwärmung in den nördlichen Breiten aber noch deutlich unterschätzt.

Die Temperatur in der Arktis ist einer neuen Studie zufolge in den vergangenen 40 Jahren nämlich fast vier Mal so schnell gestiegen wie im globalen Durchschnitt. Wie die Fachzeitschrift "Communications Earth & Environment" berichtete, erwärmte sich die Arktis um 0,75 Grad pro Jahrzehnt. Bisherige Klimamodelle gingen von einem deutlich langsameren Temperaturanstieg aus.

Grund für den raschen Eis- und Schneeverlust ist ein Phänomen, das als "polare Verstärkung" bezeichnet wird. Wenn Eis und Schnee, die das Sonnenlicht normalerweise reflektieren, zu Meerwasser schmelzen, hat dies einen verstärkenden Effekt, da das dunkle Wasser die Wärme des Sonnenlichts absorbiert. So heizt der fortschreitende Eisverlust selbst die Erwärmung immer weiter an.

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Meeresspiegel könnte sechs Meter ansteigen

Die Wissenschafter aus Norwegen und Finnland untersuchten nun vier Temperatur-Datensätze, die seit 1979 per Satellit in der Arktis gesammelt wurden. Dabei stellten sie fest, dass die Erwärmung schneller voranschreitet als bisher angenommen. Die Ergebnisse seien "etwas überraschend" gewesen, da sie so viel höher ausfielen als die bisherigen Daten, sagte Mitautor Antti Lipponen vom Finnischen Meteorologischen Institut, berichtete die APA. Er sprach sich dafür aus, die Klimamodelle auf den Prüfstand zu stellen und neu zu berechnen.

Die starke Erwärmung der Arktis hat weltweite Folgen. Wissenschafter warnen insbesondere vor einem Abschmelzen des Grönländischen Eisschilds, das einen Anstieg der Meeresspiegel um rund sechs Meter zur Folge haben könnte. "Der Klimawandel ist vom Menschen verursacht", sagte Lipponen. "Es passiert etwas in der Arktis, und das wird uns alle betreffen."

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