"Wir sollten schweigen"

Klitschko-Vater starb an den Folgen von Tschernobyl

Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko erinnert zum 40. Jahrestag an seinen Vater, der in Tschernobyl eingesetzt war und 2011 an Krebs starb.
Heute Entertainment
03.05.2026, 12:43
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Zum 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat Box-Legende Wladimir Klitschko (50) bewegende Worte über seinen Vater geteilt. Dieser war als Offizier der Sowjetarmee an den Aufräumarbeiten nach dem Unglück beteiligt gewesen.

Wladimir war damals erst zehn Jahre alt und erlebte die Auswirkungen auf seine Familie hautnah. "Gesprochen wurde darüber kaum. Mein Vater machte klar, dass wir schweigen sollten", erzählt der ehemalige Schwergewichtsweltmeister.

"Dieses Schweigen, diese typisch sowjetische Kultur des Geheimnisses, ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben", so Klitschko, wie promiflash.de unter Berufung auf die Bild am Sonntag berichtet.

80 Prozent der Soldaten starben

Als Kind habe Wladimir zwar gespürt, dass sein Vater Teil einer "gefährlichen Operation" war. Das tatsächliche Ausmaß verstand er jedoch erst Jahre später.

"Etwa 80 Prozent der Soldaten, die an dieser Operation beteiligt waren, starben nach einem, zwei oder drei Jahren", erklärt Klitschko. Sein Vater gehörte zu den übrigen 20 Prozent, die später starben. 2007 wurde bei ihm Krebs diagnostiziert, 2011 erlag er den Spätfolgen.

"Ohne Tschernobyl würde er noch leben"

Klitschko ist überzeugt: "Mein Vater war bis zu seinem 60. Lebensjahr praktisch nie beim Arzt. Deshalb bin ich überzeugt, dass er ohne Tschernobyl heute noch leben könnte."

Trotz des schmerzhaften Verlusts blickt der Ex-Boxer mit Stolz auf seinen Vater zurück: "Für mich war mein Vater ein Held. Er hat sich mit seinen Kameraden geopfert – nicht nur für sein Land, sondern letztlich auch für viele andere Menschen in Europa." So Klitschko.

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